MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Rudolf und Helga Lindner

Landwirtschaft im Blut

Rudolf  und Helga Lindner

Meister der Landwirtschaft
Verwaltungsmitarbeiterin
Frohnbachstr. 25
09212 Limbach-Oberfrohna

Noch immer leben Rudolf und Helga Lindner auf dem Hof, den einst schon seine Großeltern bewirtschafteten. In Oberfrohna kam Rudolf Lindner bereits 1937 zur Welt. Er wuchs mit einer Schwester auf und war früh bestimmt, einmal das Anwesen zu übernehmen. Das erste Schuljahr sah ihn auf der Pestalozzischule Limbach, die Gerhart-Hauptmann-Schule in Oberfrohna, die er dann bis zur 8. Klasse besuchte, wurde noch als Lazarett gebraucht. 1951 begann dann seine landwirtschaftliche Lehre, absolviert auf dem elterlichen Hof und in der Berufsschule im nahen Rabenstein. Der Jungfacharbeiter blieb im elterlichen Betrieb, bis dieser 1960 in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) aufging. Nun arbeitete er hauptsächlich als Traktorist, saß anfangs gelegentlich auch auf dem Mähdrescher, doch die Rinder und Pferde im eigenen Stall waren noch zu versorgen, denn sie gehörten noch nicht zur damaligen LPG Typ I. Ende der sechziger Jahre hatte er die Möglichkeit im Winter (wenn auf den Feldern weniger zu tun war) durch die Teilnahme an Schulungen im damaligen Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) einen Abschluss als Meister der Landwirtschaft (Feldbau) zu erwerben. Bei der Zusammenlegung mehrerer LPGen nach der Umwandlung zum Typ III 1970 (nun war auch das Vieh vergenossenschaftet) wechselte er in die Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion. Nach dem Ende der DDR und ihrer Strukturen blieb er anfangs noch Mitglied der nunmehrigen Agrargenossenschaft, dann ging er 1992 in den Ruhestand. Durch einen Mitlehrling lernte er dessen Schwester kennen. Sie wurde als Helga Ahner 1939 im Ortsteil Pleißa geboren. Ihre großen Brüder (aber damals trotzdem noch sehr jung) bewirtschafteten mit der Mutter den großen Hof (20 Hektar), denn der Vater starb bereits 1947. Selbstverständlich, dass auch die junge Helga sich nützlich zu machen hatte. Trotzdem konnte sie nach der Grundschule in Pleißa auf die Geschwister-Scholl-Oberschule von Limbach-Oberfrohna wechseln, 1957 hier das Abitur ablegen. Zwei Jahre Medizinstudium an der Leipziger Universität folgten, doch die Familiengründung (Heirat 1959) hatte neue Herausforderungen. 1959 kam Sohn Andreas auf die Welt, 1962 folgte Tochter Heike. Helga Lindner arbeitete erst als Sachbearbeiterin im Rathaus, fand dann als Lohnbuchhalterin bei der Maschinenbaufirma Wiedemann, die günstig nebenan lag, die Möglichkeit Arbeit (zeitweise halbtags), die Anforderungen des Hofes und das Familienleben zu verbinden. 1979 übernahm sie ganz die Aufgaben der Schwiegermutter in der Kälberaufzucht, wechselte 1986 in die Verwaltung der neuen Milchviehanlage im Ortsteil Bräunsdorf. 1992 ging auch sie in Rente. Das Ehepaar freut sich an vier Enkeln und ist auch gern für die Urenkel da. Im Garten gibt es immer genug zu tun.
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