MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Sabine Lindner

Der Kunde ist ein Mensch, keine Nummer!

Sabine Lindner

Bines Minimarkt
Wolfgang-Heinze-Straße 9
04277 Leipzig

Bines Minimarkt ist eigentlich ein Anachronismus. Während sich ringsum die Einkaufstempel immer neue Angebotsschlachten liefern, geht es in dem 50-m²-Lädchen eher beschaulich zu. Von allem ist eben nur ein bisschen da: Obst, Gemüse, Getränke, Tabakwaren und vieles andere, was man halt so braucht. Sonntags gibt es außerdem die BILD. Geschäftsinhaberin Sabine Lindner besorgt die Waren noch selbst und erledigt auch sonst alle anstehenden Aufgaben allein. Besonders stolz ist sie auf ihren Erfolg nicht. Die Kunden sagen: „Sie ist eine gute Frau ...“ Die Leipzigerin kennt das Ladengeschäft bereits von Kindesbeinen an. Ihre Eltern führten es seit 1959 im Auftrag der staatlichen HO-Gesellschaft als reinen Obst- und Gemüsehandel. Nach einer Lehre zur Fachverkäuferin arbeitete ab 1972 auch Sabine Lindner in dem Geschäft mit. 1990 übernahm sie es als Inhaberin und erweiterte schrittweise das Sortiment. Für einige Zeit konnte man in „Bines Minimarkt“ sogar selbst gebündelte Briketts kaufen! Doch der Überlebenskampf wird immer härter. Während die starke Discounter-Konkurrenz stetig neue Tiefstpreis-Offerten startet, muss Sabine Lindner ihre Waren beim Großhandel zu hohen Preisen einkaufen. „Da kann ich einfach nicht mithalten“, schildert die Geschäftsfrau ihr Dilemma. Die Folge: Es kommen nur wenige Kunden, die zudem nicht viel kaufen. Den eigentlichen Reiz von „Bines Minimarkt“ machen allerdings auch ganz andere Faktoren aus: Bei Sabine Lindner ist der Käufer noch ein Mensch, keine Nummer. Die Ladeninhaberin kennt viele Kunden persönlich und wird von diesen wiederum mit ihrem Kosenamen „Bine“ angesprochen. Auch die täglichen Öffnungszeiten sind ein Vorteil des Lädchens, denn an Sonn- und Feiertagen findet auch so mancher vergessliche Supermarkt-Kunde den Weg in die Wolfgang-Heinze-Straße. Für Sabine Lindner bedeutet dies natürlich ein Minimum an Freizeit. „Samstags und sonntags je drei Stunden – das muss reichen. Die Zeit nutze ich für meinen Garten“, erklärt sie. Ihr letzter Urlaub liegt zehn Jahre zurück. Dennoch beklagt sich die Geschäftsfrau nicht. „Ich mache meine Arbeit gern und habe Spaß daran“, lautet stattdessen ihr angesichts des harten Tagewerks erstaunliches Statement. Einen großen Wunschtraum hegt Sabine Lindner aber dennoch und träumt: „einen schönen Urlaub machen ..., auf dem Wasser ..., eine Kreuzfahrt ...“
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