MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Helga-Renate Lindner

Wer Sprachen kann, wird nie einsam

Helga-Renate Lindner
Diplom-Dolmetscherin und Übersetzerin

Maratstraße 123
12683 Berlin

Vielen, auch berühmten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und vor allem auch Kultur konnte Helga-Renate Lindner in ihrer langen beruflichen Tätigkeit begegnen, viele Freunde fürs Leben gewinnen, manchen Kontakt mit Menschen in aller Welt bis heute pflegen, durch persönliche Besuche in deren Heimatländern, durch Telefonate und E-Mails. Geboren wurde sie 1938 im schlesischen Liegnitz. Die Flucht vor den Kriegsereignissen führte nach Sachsen, die Familie kehrte nach Kriegsende noch einmal in die Heimat zurück, wurde nach einem Jahr ausgewiesen und fand in Magdeburg ein neues Zuhause. Nach dem Abitur 1956 lernte Helga-Renate Lindner Buchhändlerin, arbeitete zwei Jahre im Beruf und gewann durch den guten Kontakt zum Haus der sowjetischen Offiziere Freude an der russischen Sprache. Den Traumberuf Dolmetscherin konnte sie sich durch ein Studium an der Leipziger Universität (1960/64) erfüllen, Russisch und Englisch waren ihre Sprachen, im Berufsalltag wurde bald das Englische bedeutsamer. Während des Studiums hatte sie geheiratet (auch das erste Kind, ein Sohn, wurde geboren), ihr Mann hatte in gleicher Zeit Außenhandel studiert und wurde in der Handelsvertretung der DDR in Bagdad eingesetzt. Viereinhalb Jahre bis 1969 blieb die Familie im Irak. Als Dolmetscherin für die Frauen von Botschafter und Außenminister hatte sie interessante berufliche Aufgaben, nur für das intensive Lernen der arabischen Sprache blieb wenig Zeit, zumal das zweite der Kinder, die Tochter, in jenen Jahren zur Welt kam. 1969 zurück in der DDR erhielt sie einen Arbeitsvertrag beim Dienstleistungsamt für ausländische Vertretungen. Sie dolmetschte jeweils mehrere Jahre für die Botschaften des Sudan und des Südjemen, auch bei den offiziellen Neujahrsempfängen des Staatsrates für das Diplomatische Corps. Später arbeitete sie für das Fernsehen der DDR, Abt. Internationale Beziehungen, danach als journalistische Mitarbeiterin der DDR-Auslandspresse-Agentur. Dann folgten 13 aufregende Jahre in der PR-Arbeit für das Hotel „Metropol“, gebaut für zahlungskräftige Gäste vor allem aus dem westlichen Ausland. Ein Lehrgang als Stadtführerin erweiterte ihre Möglichkeiten, vor allem das Scheunenviertel (und die Geschichte dortigen jüdischen Lebens) war ihr bevorzugtes Tourengebiet. 1994 wechselte sie als Chefsekretärin an das Physiologische Institut der Berliner Charité, blieb dort bis zum Renteneintritt 2004.
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