MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Margit Liebing

Gemeinsam nie einsam

Margit Liebing

und Gustav Oehlckers
Mozartstr. 13
06862 Dessau-Roßlau
Fon: 034901 / 82114

Das Mädchen Margit wurde 1941 geboren und lernte bereits in früher Kindheit und Jugend die Folgen des Krieges kennen. So erlebte sie den Vater als Wehrmachtssoldat, seine Rückkehr als Kriegsversehrter und die mit seiner Berufsunfähigkeit und Invalidenrente verbundenen finanziellen Einschnitte in der Familie mit drei Kindern. Nach der 8. Klasse war deshalb an einen weiteren Schulbesuch nicht zu denken, sie musste schnell selbst Geld verdienen. So trat sie in die Fußstapfen von Großvater und Vater und erlernte einen kaufmännischen Beruf im HO-Kreisbetrieb. Als kaufmännische Angestellte blieb sie im Lehrbetrieb, absolvierte zusätzlich ein Fachschulstudium und schloss als Betriebswirtin ab. Ihren ersten Mann Dieter lernte sie im Betrieb kennen, heiratete 1964, doch 1992 starb er. Beruflich hatte sie zwanzig Jahre bei der HO verbracht (zuletzt Hauptbuchhalterin), fünfzehn Jahre in einem Forstwirtschaftsbetrieb (Buchhaltung Industrielle Warenproduktion) gearbeitet, war zwei Jahre im Rat der Stadt beschäftigt (Rechnungsprüfungsamt) und nun für die Kirche („Mädchen für alles“) tätig, als privates Glück zurückkam: Im Rahmen ihrer dortigen Aufgaben begleitete sie den Witwer Gustav Oehlckers in der Trauerzeit, lernte ihn dabei kennen und später lieben und lebt seit 1996 mit ihm zusammen in dem 1975 mit viel Aufwand von der Grundstücksverwaltung erworbenen, umgebauten und modernisierten Haus. Gustav Oehlckers, 1934 in Hannover als Sohn von Landwirten (Pächter) geboren, kam mit seinen Eltern 1936 nach Mecklenburg Vorpommern, wo die Eltern einen eigenen Bauernhof gekauft hatten. Er blickt auf eine behütete Kindheit in einem landwirtschaftlichen Dorf zurück, in dem sich 1945 auch die Wirren des Krieges voll auswirkten. Er verlor dabei seinen Vater. Für diese Region empfindet er heute noch Heimatgefühle. Nach Beendigung der Schulzeit lernte er 1949–1951 den Schlosserberuf, konnte 1951–1954 an der ABF (Arbeiter- und Bauern-Fakultät Rostock) das Abitur ablegen und 1954–1960 an der TU Dresden Flugzeugbau studieren. 1961 wurde der Flugzeugbau in der DDR eingestellt, Gustav Oehlckers arbeitete nun als Maschinenbau-Ingenieur – erst im Institut für Automatisierung und dann 1966–1971 in der Landwirtschaftlichen Projektierung der Landtechnik „Fortschritt“ in Dresden. Durch die Herkunft seiner verstorbenen Frau (zwei gemeinsame Kinder, zwei Enkel) erfolgte der Umzug nach Roßlau. Gustav Oehlckers wirkte fortan im Wissenschaftlich-technischen Zentrum Dieselmotoren Roßlau. Das Haus seiner Familie bewohnt indessen seine Tochter. Den Ruhestand haben die Lebensgefährten viele Jahre aktiv mit der Weiterführung ihrer gesellschaftlichen Arbeit gefüllt. Margit Liebing war es ein Bedürfnis den von ihrem ersten Mann gegründeten Behindertenverband Roßlau weiter zu begleiten, Gustav Oehlckers den Verein „Aufbau der Frauenkirche e. V.“ und beide teilten die jeweiligen Interessen des anderen. Sie waren Mitglieder des Wandervereins, sind heute noch im Burgverein. Gerne sind sie auf Reisen, wobei die Europa-Reisen durch innerdeutsche abgelöst wurden. Sie sind zufrieden, freuen sich über das schöne Umfeld in der Region, sind stolz auf die Entwicklung der Kinder und Enkel. Vor allem aber sind sie glücklich sich gefunden zu haben und im Jahr 2017 auf schöne 22 gemeinsame Jahre zurückblicken zu können. Ein wenig mehr Gerechtigkeit für alle – das wäre noch ihr Wunsch.....
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