MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heinz und Helga Leutloff
Lange Jahre im jeweiligen Betrieb
Zimmermann, Schleifer
Näherin, Disponentin
Paul-Fritzsching-Str. 7
09212 Limbach-Oberfrohna
Als Helga Lange kam sie 1936 in Oberfrohna (seit 1950 mit Limbach vereinigt) an Heiligabend zur Welt. Die junge Helga wuchs mit drei Geschwistern auf, besuchte ab 1943 die örtliche Schule (später Gerhart-Hauptmann-Schule), soweit diese nicht als Lazarett gebraucht wurde, während des Krieges fiel also die Schule oft aus. Kartoffelnstoppeln und Ährenlesen gehörten zur Kindheit jener Generation, so auch bei ihr. Nach dem Abschluss der 8. Klasse 1951 wurde sie in zweieinhalbjähriger Lehre bei der Handschuh- und Wäschefabrik Hermann Dittrich zur Trikotagennäherin ausgebildet. Diesem Werk blieb sie treu, als er später zum VEB Trikotagenwerk „Trineli“ umbenannt und noch später in den VEB Feinwäsche eingegliedert wurde. Da die Mitarbeiter Stoffe als Deputat bekamen, ratterte die Nähmaschine oft noch zu Hause. Helga Leutloff wechselte später in die Arbeitsvorbereitung und wurde dann Disponentin. Mit Beginn des Jahres 1992 ging sie in Rente.
Beim Tanz in der „Parkschänke“ hatte sie einst ihren Mann Heinz kennengelernt, 1958 wurde geheiratet, die diamantene Hochzeit ist in Sicht. Ohne Trauschein hätten sie keine eigene Wohnung beanspruchen können, nun winkte eine Mitgliedschaft in der Arbeiterwohnungsgenossenschaft (AWG), verbunden mit 500 Arbeitsstunden Eigenleistung und Einzahlung von damals 2.500 DDR-Mark. In dieser Wohnung fühlt sich das Ehepaar immer noch zu Hause. 1964 wurde Sohn Thomas geboren, ein Enkel gehört heute zu ihrem Leben. Beide sind noch immer im Gartenverein zugange.
Heinz Leutloff wurde 1935 im schlesischen Alt Tschau geboren. Der Vater musste in den Krieg, kam erst 1947 wieder. Mit der Mutter und den beiden Geschwistern ging es im Januar 1945 auf die Flucht vor der nahenden Font. Seine Schwester überlebte die Strapazen, die eisigen Temperaturen nicht. Im November 1945 wurden sie nach schweren Monaten in Limbach ansässig. Hier konnte er wieder die Schule besuchen. 1949 nahm er eine Lehre als Zimmermann auf. Danach blieb er bis 1954 beim Lehrmeister, wechselte dann für zwei Jahre zu einer Firma für mobilen Holztribünenbau in Halle (Saale), war in Hohenstein, Dessau, Schleiz vor Rennsportveranstaltungen im Einsatz, baute mit für die Leipziger Messe und den Leipziger Kirchentag 1954. Als Zimmermann arbeitete er nach Feierabend und an Wochenenden im Gespann mit einem Schulfreund bis zum 70. Lebensjahr weiter, auch wenn ab 1956 bis zum Ruhestand 1992 der VEB Spezialnähmaschinenbau zum Arbeitgeber wurde, wo er als Schleifer eingesetzt war, den zugehörigen Facharbeiterbrief nachholte, 35 Jahre im Zwei-Schicht-Betrieb wirkte. Er wurde, von den Kollegen sehr geschätzt, 1990 in den Betriebsrat gewählt.