MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heinz Liebing
Ein erfülltes Berufsleben und großes ehrenamtliches Engagement
Dipl.-Ingenieur für Elektrotechnik i. R.
08428 Langenbernsdorf
Trotz vieler Hindernisse erreichte er sein großes Ziel, galt als geachteter Akademiker und war auf unterschiedlichsten Ebenen ehrenamtlich aktiv. U. a. ist Heinz Liebing, geboren am 08.03.1925 in Werdau, Ehrenmitglied des Turnvereins sowie des Vorstandes und viele Jahre Mitglied im Kirchenvorstand Langenbernsdorf. 1958 war er Mitbegründer einer Frühsportriege im Turnverein Langenbernsdorf, war Mitinitiator des Waldturnplatzes „Stöckener Hasenheide“ Langenbernsdorf, ein Platz, der nach mehr als 50 Jahren noch immer besteht, und wurde für dieses Engagement 2012 zum Ehrenbürger ernannt. Darüber hinaus erstellte er diverse Chroniken zu unterschiedlichen Themenkreisen, welche unverzichtbarer Bestandteil von Ausstellungen sind.
Aufgewachsen bei den Großeltern, absolvierte er später eine Lehre zum Mechaniker und nutzte einen Vorbereitungslehrgang für ein geplantes Studium. An der Ingenieurschule Zwickau wollte er Flugzeugbau studieren und Flieger werden. Als der leidenschaftliche Segelflieger das Vorsemester beendet hatte, wurde die Schule geschlossen.
1943 eingezogen zum Arbeits- und Wehrdienst bei der Luftwaffe als Bordmechaniker, wurde er letztendlich aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen und legte die Strecke von Braunau am Inn nach Werdau 1945 zu Fuß zurück. In Langenbernsdorf kam er 1945–1947 als Landwirtschaftsgehilfe bei einem Bauern unter und erlangte den Abschluss als Landwirt.
Er lernte in Langenbernsdorf seine Frau Margarete Süß kennen, welche er 1951 heiratete. Die frühere Gutssekretärin musste das Stricken erlernen, als sich ihr Vater mit der eigenen Strickerei selbstständig machte.
Aus beruflicher Perspektivlosigkeit beabsichtigte Heinz Liebing 1947 in den Westen zu gehen, um dort zu studieren. Just in diesem Moment erhielt er ein Schreiben, in welchem mitgeteilt wurde, dass die Ingenieurschule Zwickau wieder eröffnet wird. Er nutzte diese Chance. Die Sektion Flugzeugbau existierte nicht mehr. Somit beendete er sein Studium als Ingenieur für Elektrotechnik. Er begann im Kraftfahrzeugwerk „Ernst Grube“ in Werdau und zeichnete verantwortlich für Entwicklung und Konstruktion. 1960 wurde die Tochter Anne-Margret geboren.
Die Folgezeit gestaltete sich nochmals schwierig. Mitte der 50er Jahre widmete er sich an der Technischen Hochschule Dresden einem Fernstudium zum Dipl.-Ingenieur und musste ebenfalls nebenbei in jeder freien Minute die Strickmaschinen seiner Frau reparieren.
Über 40 Jahre gehörte er dem gleichen Betrieb sowie mehreren Arbeitsgruppen an und war an vielen Neuentwicklungen beteiligt, welche teilweise bis heute ihre Daseinsberechtigung erbringen und sogar im Fernsehen gewürdigt wurden. 1990 beendete er sein reiches und erfüllendes Berufsleben. Als Rentner sah er es als seine Aufgabe an, ehrenamtlich am Ortsgeschehen mitzuwirken. Sein Hobby ist die Garteneisenbahn.
Tochter Anne-Margret lebt in Leipzig und wurde Dipl.-Ingenieurin für Nahrungsgüterwirtschaft. 2016 begehen Margarete und Heinz Liebing das große Fest der eisernen Hochzeit und freuen sich auf weitere harmonische Jahre.