MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Anneliese Libertin

Immer wieder geht es in die Kvarner Bucht

Anneliese Libertin

Unterstufenlehrerin
99089 Erfurt

Die Freundschaft mit den vielen kroatischen Menschen, denen Anneliese Libertin begegnen durfte, prägte ihr Leben. Fast Jahr für Jahr konnte sie zuletzt diese Begegnungen fortsetzen, die einst in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ihren Anfang genommen hatten. Geboren wurde sie 1932 im thüringisch-vogtländischen Örtchen Pöllwitz. Hier besuchte sie die Grundschule bis zur 8. Klasse, begann 1947 eine Lehre zum Industriekaufmann im nahen Zeulenroda. Nach Lehrabschluss 1950 ging sie als Sekretärin zur Jugendheim GmbH, einer Einrichtung des DDR-Jugendverbandes „Freie Deutsche Jugend“ (FDJ). Ein Jahr später wechselte sie in die damalige Landesleitung Thüringen der FDJ, wurde gebeten an der Landesjugendschule in Wilhelmsthal die Arbeit als Sekretärin aufzunehmen – dringend notwendig für die Erfüllung des Bildungsauftrages dieser Institution. Man setzte sie in der Pionierabteilung als Kaderinstrukteur ein, dazu gehörte ein zweijähriges Fernstudium an der Pädagogischen Hochschule Erfurt mit Prüfung an der Pionierleiterschule in Gera-Roschütz und Abschluss als Freundschaftspionierleiter mit Lehrbefähigung für die Unterstufe. 1959 schied sie nach der Geburt des Sohnes erst einmal aus dem Berufsleben, wurde zum zweimaligen Vertretungseinsatz als Unterstufenlehrerin gewonnen und konnte ab November 1959 auf einer richtigen Planstelle diesen Beruf nun für 32 Jahre erfüllend leben. 1973 rief zum ersten Mal die Adria, im damaligen Jugoslawien gab es ein Kurheim, belegt mit erkrankten Kindern aus der DDR. Deren Betreuung und Bildung übernahmen nun Anneliese Libertin und ihr Mann Hans (Heirat 1954), ebenfalls Lehrer und in der Abteilung Volksbildung Spezialist für außerunterrichtliche Erziehung. Drei Jahre hatte das Ehepaar hier wunderbare Aufgaben, ab 1979 konnten sie für wiederum drei Jahre noch einmal in diesem Heim in der Kvarner Bucht wirken. Ab 1983 unterrichtete Anneliese Libertin wieder an einer Erfurter Schule, aber als es mit der DDR zu Ende war, wollte der Freistaat Thüringen ihren Abschluss nicht anerkennen. Sie gewann den Prozess mit der Hilfe der Gewerkschaft, doch entschied sie sich nun, statt auf der Wiedereinstellung zu bestehen, mit Abfindung in den Ruhestand zu gehen. Der so ruhig nicht war, denn sie organisierte eine sehr aktive Seniorengruppe der Gewerkschaft mit und betrieb von 1996–2000 eine Filiale eines Berliner Kurreisebüros. Natürlich war auch die Kvarner Bucht im Angebot, natürlich reiste sie selbst dahin, auch als ihr Mann 1997 verstorben war. Auch die erste Tochter Irina starb früh, im Sohn Andreas, bei den beiden Enkelkindern freut sich Anneliese Libertin an der Familie. Inzwischen ist sie schon zweifache Uroma.
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