MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Rolf Liebermann

Auf Umweg zum Lehrerberuf

Rolf Liebermann

Dipl.- Lehrer
Else- Härtel- Weg 38
07768 Kahla

Die Idee zum Berufswechsel kam Rolf Liebermann bei einer Zeitungsanzeige in der für ein Lehrersonderstudium geworben wurde. Die Arbeit mit Menschen interessiert ihn, also entschied er sich kurzerhand umzusatteln. Zunächst hatte der 1944 in Blankenhain (Thür.) Geborene nach Abschluss der 10. Klasse der Polytechnischen Oberschule (POS) jedoch eine Lehre zum Elektromonteur bei der Energieversorgung Erfurt, Netzbetrieb Weimar absolviert. Hier arbeitete schon der Vater in diesem Beruf und „so lag es nahe, dass ich mich für eine entsprechende Ausbildung entschied“, sagt er. Es folgten drei Jahre NVA, die Rolf Liebermann beim Wachregiment in Berlin ableistete. Anwerbeversuchen für eine weitere Tätigkeit beim Ministerium für Staatssicherheit widerstand er und kehrte nach der Dienstzeit in seinen Beruf und Lehrbetrieb zurück. Doch bereits nach wenigen Monaten kam es zum Berufswechsel. In einem einjährigen Vorkurs legte er sein Abitur ab und nach weiteren vier Jahren Studium an der Pädagogischen Hochschule Erfurt erhielt er sein Diplom als Lehrer für Mathematik und Physik mit der Lehrbefähigung bis zur 10. Klasse. Während der Studienzeit hatte Rolf Liebermann bereits seine spätere Ehefrau Monika kennen gelernt, die ebenfalls Lehramt in den Fächern Mathematik und Physik studierte. Beheimatet war sie im Grenzgebiet im Raum Sonneberg. Für beide stand jedoch fest, dass sie dort einmal nicht wohnen wollten. Deshalb suchten sie bereits während des Studiums nach einem gemeinsamen Arbeitsort und wurden in Kahla „fündig“. Seine Ehefrau nahm hier ihre Arbeit an der POS „Theodor Neubauer“ auf. Rolf Liebermann kam an die POS „Wilhelm Pieck“, die gerade neu eröffnete. Diese Schule wurde für über 30 Jahre sein Arbeitsplatz. Bereits von Beginn an war er Klassenlehrer, wurde später auch stellvertretender Direktor. Zur Wendezeit wählten ihn das Lehrerkollektiv sowie die Vertreter von Schülern und Eltern zum Schulleiter. Dies blieb er bis zum Ende des Schuljahres 1990/1991. Dann wurden im Rahmen der Schulreform in Thüringen diese Stellen neu ausgeschrieben. Seine Bewerbung hatte allerdings keinen Erfolg. An der Schule wurde eine Neubesetzung vorgenommen. Für ein Jahr war er noch als Stellvertreter eingesetzt, dann zog er sich aus der Führungsverantwortung zurück. In dieser Zeit absolvierte er berufsbegleitend noch eine Weiterbildung im Lehramt Ethik. Bis zu seinem Ausscheiden aus gesundheitlichen Gründen im Jahr 2005 unterrichtete er dann nur noch. In der Zeit des politischen Umbruchs war Rolf Liebermann auch politisch aktiv. Zum einen als Mitglied des Runden Tisches in Kahla und danach zwei Wahlperioden für die SPD als Mitglied des Stadtrates. Heute engagiert er sich noch im Städtepartnerschaftsverein Kahla e.V. Seit 1970 bereits mit seiner Ehefrau verheiratet, ist er besonders stolz auf die Kinder, Sohn Chris und Tochter Kati, die zwar keine Lehrer geworden sind, aber beide erfolgreich im Berufsleben stehen. In seiner Freizeit ist er gern handwerklich am eigenen Haus und sportlich beim Volleyball aktiv. Sein größter Wunsch: „Noch ein bisschen Leben“.
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