MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Peter und Christine Liebsch

Zwei mit Fernweh

Peter und Christine Liebsch

Ingenieurpädagoge Maschinenbau
Medizinisch-technische Assistentin

08529 Plauen

„Früher war alles schöner“, meint Christine Liebsch und lacht. Ironie schwingt mit, wenn sie das sagt in Anspielung auf „grundloses Jammern“. Das mag sie ebenso wenig wie ihr Mann. Kommt die Rede auf die Wende und die Jahre nach 1989, betonen beide, sie seien nicht einen Tag arbeitslos gewesen. „Wir sind gut bezahlt worden und haben immer unser Geld verdient.“ Peter Liebsch absolviert in der Werkzeugmaschinenfabrik Vogtland eine Lehre zum Maschinenbauer mit Abitur. Der gebürtige Plauener gehört zu den ersten Studenten, die an der Fachschule Gotha Ingenieurpädagogik studieren. Nach dem Studium arbeitet Peter Liebsch als Lehrmeister in der Druckmaschinenfabrik Plauen, die zum Kombinat Polygraph gehört. Er bildet Maschinen- und Anlagenmonteure und Zerspanungsfacharbeiter aus. Unter seinen Schützlingen auch junge Leute aus Kuba, Algerien, Tunesien, Vietnam. 1993 wechselt er zur Industrie- und Handelskammer. Dort ist er Ausbildungsberater für gewerbliche Berufe und verantwortlich für die gesamte Prüfungsorganisation dieser Berufe bei der IHK Regionalkammer Plauen. Er betreut 25 Prüfungsausschüsse. „Drei Dinge mussten da sein“, betont er. „Der Prüfling, der Prüfer und die Werkstatt.“ Peter Liebsch kennt jeden Industriebetrieb im Vogtland, der gewerblich ausbildet. Mit 65 Jahren geht er 2011 in den Ruhestand. Seine Frau nutzt die Altersteilzeit und gibt mit 60 Jahren ihre Tätigkeit beim Blutspendedienst Plauen auf. Christine Liebsch, die aus Mechelgrün stammt, hätte gern Medizin oder Pharmazie studiert. Doch das Abitur bleibt ihr verwehrt. Weil ihr Vater der CDU angehört, wird er 1962 als Schuldirektor entlassen und für den Lehrerberuf gesperrt. Die „Sippenhaft“ trifft auch seine Tochter. 1965 beginnt die 16jährige an der medizinischen Fachschule Zwickau eine Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin. Sie habe wohl doch den richtigen Beruf gefunden, erklärt sie. In den 43 Jahren beim DRK habe es keinen Tag gegeben, an dem sie nicht gern zur Arbeit gegangen sei. Die Kollegen, das sei wie eine Familie gewesen, so Christine Liebsch. Zusammen seien sie alt geworden. Gern erzählt sie, dass sich sechs Frauen jeden Monat zu einem schönen Kaffeeplausch treffen, dass sie alle alten Kollegen an runden Geburtstagen besucht. Für Peter und Christine Liebsch, seit 1969 verheiratet, ist der Zusammenhalt in der Familie wichtig. Sie leben gern in der Region und fühlen sich wohl in ihrem Haus, das sie selbst gebaut haben. Doch sie sind auch zwei mit „Fernweh“, zwei, die gern verreisen nach dem Motto, „je weiter, umso besser“. Sie möchten gesund und mobil bleiben. Denn in Kanada oder in China zum Beispiel, da waren sie noch nicht…
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