MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Sanitätsrätin Dr. Charlotte Lessing

Gott und den Menschen dienen

Charlotte Lessing

Rentnerin
Oberfeldstraße 86
12683 Berlin

Charlotte Lessing wurde in ein Pfarrhaus hineingeboren, die seelsorgerischen Hausbesuche ihres Vaters waren ihr Vorbild, als sie später als niedergelassene Hausärztin zu ihren Patienten gerufen wurde. Wie ihre Geschwister hatte sie ein Instrument zu lernen, entschied sich für das Waldhorn, spielte Ständchen im Quartett und war damit schon nahe an einem Hobby, das sie später für sich entdecken sollte, die Jagd. Sie kam 1922 in Woltersdorf bei Luckenwalde zur Welt, besuchte die Oberschule, musste ein Jahr zum Arbeitsdienst, begann nach dem Abitur 1941 in Freiburg Medizin zu studieren. Ihr Staatsexamen machte sie dann 1946 an der Berliner Humboldt-Universität. Die Assistenzzeit am Oskar-Ziethen-Krankenhaus, die Facharztausbildung zur Internistin folgten. Sie promovierte (hatte sich mit Beginn des Studiums auf die Doktorarbeit vorbereitet) und übernahm nach dem Tod eines Hausarztes in Berlin-Biesdorf dessen Praxis. Sie startete in den alten Räumen, später konnte gebaut werden, der Weggang in den Westteil sorgte für Ärztemangel, so wurden die Bedingungen für die Bleibenden geringfügig verbessert. Auch als die Polikliniken gegründet wurden, blieb sie selbständig, überlebte die DDR und die Unruhe der Wende, praktizierte bis zum 74. Lebensjahr und konnte von den neuen Bedingungen noch profitieren. Sie hatte ihr eigenes Labor für die notwendigsten Untersuchungen, für ihre Hausbesuche stand ihr sogar ein Auto zur Verfügung, irgendwann gab es sogar Telefon. Mit dem Neubaugebiet Berlin-Marzahn vergrößerte sich das Einzugsgebiet mit vielen jungen Familien. Für ihren Einsatz im Dienste der Menschen wurde sie zur Sanitätsrätin ernannt. Ein Kollege verschaffte ihr Einblick in das Jägerhandwerk, das sie gründlich erlernte und mit der Jagdprüfung vervollständigte. Die Wildbeobachtung, die später gebauten Hochsitze, die Verantwortung für das Revier und die Jagd selbst, die sie als Mitglied einer Jagdgesellschaft nach strengen Vorgaben gestalten musste, wurden für sie zum Ausgleich für die Anstrengungen und Belastungen ihres Berufs. Intensive Gartenarbeit kam dazu. Die geschiedene Mutter zweier Kinder (drei Enkel, ein Urenkel) liebte das Bergsteigen, nahm dazu gern die Kinder mit, und genoss die neuen Möglichkeiten des Reisens, die Welt zu entdecken.
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