MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dipl.-Ing. Karl-Heinz Leuthardt
Erfolgreicher Ingenieur
Dipl. Ing. Karl-Heinz Leuthardt Pensionist Bismarckfelderstr. 19 12683 Berlin
Er schaut zurück auf ein bewegtes Leben.
1926 in Dienstedt geboren, macht Karl-Heinz Leuthardt das Abitur. Noch in der Ausbildung, wird er zur Armee eingezogen. Er nimmt am Russlandfeldzug teil, ist in Ungarn in der Nachrichtenabteilung der 1. Deutschen Grenadier-Division. Nach Kriegsende im Mai 1945 wird er aus amerikanischer Gefangenschaft entlassen.
In Erfurt absolviert er, der ein Faible für Technik hat, bei der Post die Ausbildung als Werkzeugmacher und Motorenschlosser. Die Post delegiert ihn zum Studium für Maschinenbau an die Ingenieurschule in Ilmenau. Er schließt es als Ingenieur ab und ist dann in der Abteilung Hochbau für die Technik zuständig.
1951 wird er vom Ministerium für Postwesen nach Berlin beordert. Der gesamte Rundfunk wird neu aufgebaut. Der Ingenieur für Energiewesen ist am Aufbau des Großsenders in Köpenick Nord von Beginn an wesentlich beteiligt. Infolge wissenschaftlicher Mitarbeiter im Betriebslabor für Rundfunk und Fernsehen, ist er für den gesamten Aufbau der Sendertechnik in der DDR verantwortlich. Er wirkt bei der Errichtung des Fernsehzentrums Adlershof und des Rundfunkzentrums in der Nalepastraße mit. Auch beim Aufbau des Fernsehturms am Alexanderplatz ist er dabei. Er verantwortet die gesamte Technik. Als Mitglied der neu gebildeten Direktion für Rundfunk und Fernsehen ist er zuständig für den Betrieb der gesamten Elektro- und Maschinenbautechnik, für die vielen Notstromanlagen und die überall im Land verteilten Sender des Rundfunks, u. a. die Sender auf dem Brocken und dem Inselsberg.
Als Anfang der 80er Jahre die staatliche Aktion Heizölablösung mit dem Umstieg auf Rohbraunkohle startet, versucht der Ingenieur und Gastdozent an der TU Dresden eine Lösung mit Elektroheizung und Wärmepumpen, entwickelt Patente.
In der DDR wird er mit dem „Banner der Arbeit“, „Held der Arbeit“ u. a. ausgezeichnet.
In einem Westberliner privaten Ingenieurbüro übernimmt er 1991 Planung und Leitung der Modernisierung eines 90 Jahre alten Krankenhauses. Seine gute Grundausbildung bei einem guten Lehrmeister als Werkzeugmacher und seine Gründlichkeit kommen ihm auch hier zugute. Er nutzt jede Gelegenheit, sich zu qualifizieren. Im Fernstudium erwirbt er das Diplom für Elektrotechnik und das für Maschinenbau. Noch mit 80 Jahren besucht er einen PC-Lehrgang.
Der 86-Jährige wünscht sich, noch einige Jahre mit seiner Frau „gemeinsam leben zu können.“