MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hans Lemke
Gemeinschaft als Lebenselixier
Lehrer für Polytechnik / Werken
99645 Weimar
Er wollte Seemann werden und erfüllte sich seinen Traum, wenn auch nur zwischenzeitlich. Hans Lemke aus Weimar (verheiratet seit 1958 mit Erika, Verkäuferin und Facharbeiterin für Datenverarbeitung, heute Pflegefall) erblickte 1936 in Tilsit in Ostpreußen das Licht der Welt. Dort eingeschult, musste er 1944 mit seiner Mutter und den drei Geschwistern die Heimat verlassen und landete in Deutschneudorf im Erzgebirge. Er hat Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges erlebt und verlor ein Jahr vor Kriegsende seinen Vater. Hans Lemke, der mit seiner Frau zwei Töchter hat (Birgit, geboren 1959; Evelyn, Jahrgang 1963), ging von 1942-1951 zur Schule und lernte danach das Tischlerhandwerk drei Jahre in Weimar. Seine Mutter, die mit den Kindern 1947 nach Weimar gezogen war, hatte das so entschieden. Danach wollte Hans Lemke zu den Seestreitkräften, ging fünf Jahre freiwillig zur Marine, wo er es bis zum Obermaat und Funker brachte. Auf Empfehlung seines alten Lehrers, dessen Meinung Hans sehr schätzte, wurde er Lehrer, die wurden gebraucht. Mit seinem Tischler-Gesellenbrief ließ er sich als Werklehrer im öffentlichen Dienst einstellen und absolvierte sein Staatsexamen am Pädagogischen Institut in Erfurt. Es folgte ein weiterer Abschluss mit Staatsexamen für Polytechnik – „alles nebenbei“, erinnert sich der ehemalige Klassenleiter und Direktor des Polytechnischen Zentrums Weimar. Hans Lemke war mit Leidenschaft Pädagoge, er unterrichtete an der Polytechnischen Oberschule (POS „Louis Fürnberg“) und auch zwischenzeitlich am Gymnasium. 1997 trat er in den Ruhestand. Heute lebt Hans Lemke, der neun Enkel und sieben Urenkelkinder hat, in einer Wohngemeinschaft und genießt diese Geselligkeit. Seine Frau Erika betreut er liebevoll und weiß sie zudem in der Obhut eines Pflegedienstes, der mehrmals am Tag kommt, in den besten Händen. Im Wohnkomplex Bellevue in Weimar fühlt sich Hans Lemke wohl in der Nachbarschaft weiterer Senioren, die sich vorher nicht kannten. Hier arbeitet er ehrenamtlich im selbst gegründeten Ältestenrat mit. Seine Heimat Tilsit hat der unternehmungslustige und gesellige Heimwerker, der auf Tischler-Klassentreffen gern zurückblickt, der gern bastelt und Holzarbeiten fertigt, noch einmal besucht. Dabei schwärmt er von der Kuhrischen Nehrung im heutigen Litauen. Seine Taufkirche steht leider nicht mehr. Die Russen haben das Gotteshaus gesprengt. Und Memel heißt längst Klaipeda, die Hafenstadt an der Ostsee. Von dort aus ist er nach Tilsit gefahren. Gesundheit und Zufriedenheit sind für einen wie Hans Lemke der Schlüssel für ein glückliches Leben. Er lebt gern in Weimar und ist stolz darauf, mit seiner Ehefrau Erika die Diamantene Hochzeit erlebt zu haben. Seine Frau war es auch, die ihn im Leben immer unterstützt hat, solange sie noch gesund war.