MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gerhard Lenke

„Sag nicht, dass die Toten tot sind. Etwas von ihrem Wesen lebt weiter in ihren Nachkommen.“ (Zschuang-tsu)

Gerhard Lenke

Amselweg 18
04838 Doberschütz
Fon: 03423 / 756791

Als Sohn eines Modellbaumeisters und einer Hausfrau wurde Gerhard Lenke 1940 in Eilenburg geboren. Hier verlebte er seine Kindheit, hier lernte und arbeitete er. Er gehörte zum letzten Jahrgang derer, die mit der 8. Klasse die Schule verlassen konnten. Danach wurde die 10-Klassen-Schulpflicht eingeführt. Sein Wunsch Lokführer zu werden scheiterte an einer Sehschwäche. So lernte er 1955–1958 den Beruf Holzmodellbauer ( VEB Sächsische Modellbaubetriebe Leipzig), arbeitete kurze Zeit als Facharbeiter bevor er seine Wehrpflicht absolvierte. Zurück im Betrieb strebte er seine berufliche Entwicklung an. ½ Jahr Praktikum in einer Gießerei, ½ Arbeit im Konstruktionsbüro und auf der Abendschule die 10. Klasse nachholen schufen die Grundlagen für die Aufnahme des folgenden Studiums. Drei Jahre studierte er an der Ingenieurschule für Gießereitechnik in Leipzig, schloss sie als Ingenieur für Gießereitechnik ab. Im VEB Modellbau Eilenburg wurde der junge Ingenieur anschließend als technischer Leiter eingesetzt „...und nach ein paar Jahren war ich dann Betriebsleiter....“ berichtet Gerhard Lenke von einem erfolgreichem Berufsweg. 54 Angestellte zählte der Betrieb als sich die politische Wende in der DDR vollzog. Während einer von der Treuhand ins Leben gerufenen „Tour für Deutschland“ lernte er als Teilnehmer vor allem eins: „Die kochen auch nur mit Wasser“ und war sich seiner Fähig- und Fertigkeiten sicher. Zur Fertigung von Gießereimodellen kam noch die Fertigung von Lebensmittelformen für Teigwaren und Gebäck. Dazu auch das Wissen um das Loch im Makkaroni. Bis zur Übernahme durch westdeutsche Investoren blieb er Geschäftsführer, dann wurde er Prokurist des zur GmbH umstrukturierten Betriebes. Mit 60 Jahren ging er in den Vorruhestand, bis zum 70. Lebensjahr arbeitete er geringfügig im Beruf weiter, unter Leitung von Mechanische Werkstätten Wurzen GmbH. Während der DDR-Zeit immer auch gesellschaftlich aktiv (Volkssolidarität, Vorsitzender der Revisionskommission / Mitglied Kammer der Technik, Mitglied Arbeitsausschuss / zeitweise Parteisekretär), engagiert er sich in der neuen Zeit im Amateurfilmclub und der Selbsthilfegruppe Diabetes. Seinen Jugendtraum Lokomotivführer zu werden hat er sich indirekt doch noch erfüllen können. Er lenkt die Züge seiner Modelleisenbahn die fast sein ganzes Grundstück einnimmt. Mit dem aufwendigen Bau beginnen konnte er nachdem er 1993 bei der Sendung „Berufe raten“, „JA oder NEIN“ mit Joachim Fuchsberger fast 4000 Mark erspielt hatte. Die Gartenbahn ist indessen auch zur Erinnerungsbrücke zu seiner 2018 verstorbenen Frau geworden. Er hatte seine Marianne (Leiterin des Kindergartens Röberstraße in Eilenburg) kennenlernen können weil „sein“ Betrieb die Patenschaft für „ihren“ Kindergarten übernommen hatte und gemeinsam durchgeführte Maßnahmen die Wege kreuzen ließen. Eigene Kinder waren dem Paar nicht vergönnt und doch hatten sie viele, wie er berichtet. 180 alleine durch den Kindergarten und auch der Nachwuchs der Verwandten fühlte sich bei dem Paar wohl. Wenn nun einmal jährlich ein Kindergarten in seinen Garten einrückt um die Garteneisenbahn zu bewundern, schließt sich sozusagen der Kreis für ihn.
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