MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Erika und Werner Leitl
In der Jahn-Burg
Näherin
Klempner und Installateur
Turnstr. 40
09243 Niederfrohna
Auch wenn der Sportverein von Niederfrohna mit unterschiedlichen Namen und Organisationsformen durch die Zeiten ging, der Name des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn gehörte dazu, das Vereinshaus, das auch Wohnungen enthielt, hieß Jahn-Burg und hier fand Familie Leitl über viele Jahre bis heute ihre Heimstatt und Erika Leitl zeitweise in der Turnhalle und auf dem Sportplatz ihre Arbeit. Sie wurde 1943 in Niederfrohna (Mittelsachsen) als Erika Porstmann geboren, wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Fünf ältere Brüder prägten das Familienbild. Von 1949 bis 1957 besuchte sie die örtliche Schule, dann war Geldverdienen wichtiger. Im Textilbetrieb von Vollbrecht Richter (später verstaatlicht) begann sie als Näherin, arbeitete auch als Zuschneiderin. Als die Kinder geboren wurden, stieg sie auf Heimarbeit um. Als Platz- und Hallenwart für die TSG Niederfrohna wurde sie längere Zeit tätig, wirkte dann als Reinigungskraft für die Gemeinde und deren Kindergarten. Einem Kinobesuch verdankt sie die Bekanntschaft mit Werner Leitl, 1962 wurde geheiratet. 1965 wurde Tochter Angelika geboren, 1967 Tochter Ria, 1970 Sohn Ingo und 1971 Tochter Carola. Neun Enkelkinder, die ersten Urenkel sind inzwischen dazugekommen. Werner Leitl ist Jahrgang 1942, kam in der Chemnitzer Frauenklinik zur Welt, wuchs als Einzelkind einer Eisenbahnerfamilie in Limbach auf. Die ersten beiden Schuljahre besuchte er die Limbacher Schule, dann zog die Familie nach Hartmannsdorf, wo er die 8. Klasse abschloss. Nur fand sich keine Möglichkeit, den Wunschberuf Lokomotivführer zu ergreifen. Der junge Werner absolvierte eine Lehre als Klempner und Installateur. In der kleinen Firma, die hauptsächlich für Privathaushalte tätig war, blieb er über nun viele Berufsjahre. Die Selbständigkeit, mit der er seine Arbeitseinsätze durchführte, hatte auch ihre einsamen Seiten. Da wurde gern im Keller bei den Reparaturarbeiten vor sich hingesungen, denn das war besser als Selbstgespräche zu führen, die die Kunden noch mehr befremdet hätten. Sein ehrliches Wesen bestimmte nicht nur sein Berufsethos. Auch als Vater und Mitglied im Elternbeirat der Schule konnte er gegenüber Direktor und Lehrer durchaus deutlich werden. Als die Mangelwirtschaft der DDR-Zeit zu Ende ging, machte neue Technik, so bei der Umstellung von Stadtgas auf Erdgas, manches leichter, aber auch bequemer, denn die Herausforderung der Improvisation war weniger gefragt. Nur ließen ihn bald die langen Jahre harter Arbeit den Wechsel in die Berufsunfähigkeitsrente geraten erscheinen. Noch länger als ihre Ehe dauert für beide Partner schon ihr bis heute aktives Engagement im Deutschen Roten Kreuz (DRK). Einmal im Jahr geht es zur Erholung nach Bayern, an den Rand der Chiemgauer Alpen.