MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Eberhard und Hildegard Lerche
Als die Enkel ihre Kraft brauchten
Landwirte
Wickershain 10
04643 Geithain OT Wickershain
Ein hartes Leben, durch die Landwirtschaft geprägt, liegt hinter dem Ehepaar Lerche. Beide gewöhnten sich auf den Höfen ihrer Eltern, Eberhard Lerche in Wickershain, seine Frau in Niedergräfenhain (beides heute Ortsteile von Geithain), an die Arbeit auf dem Feld, im Stall. Eberhard Lerche wurde 1936 im Krankenhaus von Chemnitz geboren, wuchs in Wickershain mit einem (früh verstorbenen) Zwillingsbruder auf. Da war klar, dass nicht der Wunschberuf Elektriker, sondern die Übernahme des elterlichen Hofes seine Zukunft bestimmen würde. Nach achtjährigem Schulbesuch auf der Paul-Günther-Schule in Geithain folgten noch zwei Jahre Berufsschule. Als 1960 im Ort eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gegründet wurde, trat der Vater bei. Eberhard Lerche war Saisonarbeiter im Sommer und fuhr im Winter Bier- und Milchtransporte. Mit der Übernahme des Hofes 1963 wurde er LPG-Mitglied, agierte vor allem als Traktorist im Feldbau. Anfangs waren noch die Kühe selbst zu versorgen, doch auch das Vieh wurde Anfang der siebziger Jahre vergenossenschaftet, wurde mit den Pflichtbeiträgen für Investitionen und Inventar verrechnet. 1990 wurde die LPG in eine Agrargenossenschaft umgewandelt, der Eberhard Lerche noch zwei Jahre angehörte, ehe er 1992 als Wiedereinrichter erneut zum selbständigen Bauern wurde, dank Rückgabe von Flächen und zumindest teilweiser Auszahlung, dank Fördermitteln und Ausgleichszahlungen für das Wasserschutzgebiet sich neue Technik anschaffen konnte. Neben dem Feldbau waren ihm für einige Jahre auch die Kühe seiner Mutterherde wichtig.
Neue Aufgaben kamen auf das Ehepaar (Heirat 1962) zu, als die beiden Enkel (von der 1964 geborenen Tochter Sybille) in Pflege zu übernehmen waren. Hildegard Lerche investierte viel Kraft, immer unterstützt von ihrem Mann, um den Enkeln eine behütete, ihre Entwicklung fördernde Kindheit und Jugend zu ermöglichen. Sie selbst – schwer depressiv erkrankt – hatte 1969 in Chemnitz drei Mädchen zur Welt gebracht, die aber leider nicht lebensfähig waren, nur einen Tag überlebten. Als Hildegard Geuthel war sie 1939 in Niedergräfenhain geboren wurden, nach dem achtjährigen Schulbesuch folgten noch zweieinhalb Jahre Berufsschule und dann die Arbeit im elterlichen Betrieb, bis sie 1963 auf den bis dahin von den Schwiegereltern bewirtschafteten Hof wechselte, wo sie sich um die Kühe kümmerte, später in der LPG vor allem auf dem Feld eingesetzt war. Im Frauendienst der Kirche findet sie heute ihre Aufgaben, während Eberhard Lerche den Männerkreis besucht und sich im Förderverein von St. Marien Wickershain engagiert. Früher gehörte er auch dem Reitverein an und war lange im Vorstand der Jagdgenossenschaft.