MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gisela und Manfred Lentzsch
Kennen, achten, lieben – von der Schulzeit bis zum Herbst des
Landwirte i. R.
Dorfstr. 41
09569 Oederan OT Kirchbach
Auf eine derzeit 56-jährige Ehe zurück blicken zu können, ist eine stolze Bilanz. Während dieser vielen Jahrzehnte bestimmte das Leben viel und harte Arbeit. Doch den Alltag mit all den Höhen und Tiefen gemeistert und sich Vieles geschaffen zu haben, wurde zum entscheidenden Bestandteil tiefer persönlicher Zufriedenheit.
Manfred Lentzsch wurde als Ältester von vier Brüdern am 18.04.1936 in Kirchbaeh geboren. Während des Krieges aufgewachsen, erinnert er sich noch immer voller Schrecken an Tiefflieger und die entsetzlichen Bombenangriffe auf Dresden. 1947 zog die Familie auf den elterlichen Hof der Mutter. Nach Schulende besuchte er die Landwirtschaftsschule in Oederan. 1960, im Jahr des sozialistischen Frühlings heiratete das junge Paar und gleichen Jahres war der Beitritt in die landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft nicht mehr zu umgehen.
Unter großen Schwierigkeiten gelang Manfred Lentzsch 1970 der Austritt aus der LPG. Er begann als Kraftfahrer in der Konservenfabrik und übernahm dennoch 1979 das elterliche Gehöft.
1987 kehrte er zur LPG zurück, übernahm die Stelle des Güllewarts und erlebte während der Wende die allmählich Auflösung der Genossenschaften. Das endgültige Aus folgte 1991. Im Herbst jenes Jahres nutzte Manfred Lentzsch mit 55 Jahren eine Altersübergangsregelung. Heute ist sein Land weitestgehend verpachtet.
Seine liebe Frau Gisela erblickte das Licht der Welt am 07.05.1939 ebenfalls in Kirchbach. Als die Mutter verstarb, war ihre Schwester zwölf, sie selbst erst neun Jahre alt. Später heiratete ihr Vater – Landwirt – erneut und drei weitere Kinder wurden geboren. Von Kindesbeinen an gab es für Gisela Lentzsch nichts als Arbeit und bei der Berufswahl kamen Diskussionen gar nicht erst auf. Der Vater benötigte Arbeitskräfte. So besuchte auch sie die landwirtschaftliche Berufsschule Oederan.
Nach der Hochzeit zog sie zu ihrem Mann. Das Paar kannte sich schon aus Schulzeiten. Die Liebe erblühte dann beim Tanz im „Goldenen Stern“. Tochter Heidrun und Sohn Jürgen wurden geboren und ergriffen später die Berufe der Kindergärtnerin wie des Elektrikers. Beide Kinder bekamen wiederum und zwei Kinder und auch zwei Urenkel bereichern derzeit die Familie. Jürgen wohnt mit der eigenen Familie im elterlichen Haus, welches sie somit zum Vier-Generationen-Haus entwickeln sollte.
Manfred Lentzsch gehörte 50 Jahre lang der Freiwilligen Feuerwehr an und brachte sich als Kirchenvorstand ein. Seine Gisela sang im Kirchenchor.
Heute sind einige Aufgaben nicht mehr so leicht zu bewältigen. Gisela Lentzsch versorgt den Garten und ihre geliebten Blumen. Ihr Mann versucht noch, so viel wie möglich, auf dem Hof zu bewerkstelligen, doch die Hilfe von Jürgen ist groß.
Nach arbeitsreichem Leben gestaltet sich der Herbst des Lebens etwas angenehmer und Gisela und Manfred Lentzsch hoffen darauf, noch ein paar schöne Jahre in trauter Zweisamkeit und hoffentlich wieder in einer friedlicheren Welt verleben zu dürfen.