MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Margot und Peter Lendt
Grüße von der Blechlaterne
Grundschullehrerin
Ingenieur für Papiertechnik
Am Sportplatz 12
09661 Schönborn-Dreiwerden
Als während der Lehrzeit in der Papierfabrik Greis ein Brief mit Grüßen aus weiter Ferne von der Blechlaterne eintraf, musste Peter Lendt erst überlegen, von wem er stammen könnte, doch der Stempel auf dem Umschlag gab Auskunft über das Woher, so dass ihm auch das Wer bald klar wurde. Die Kontakte mit der Nachbarstochter (als Kind spielte man zusammen im Sandkasten) wurden intensiviert, 1962 wurde geheiratet. Zwar stammte Frau Margot nicht aus jenem mecklenburgischen Dorf, geboren wurde sie 1940 in Glogau (Niederschlesien), 1944 kam sie auf der Flucht mit Mutter und Bruder nach Neu Kaliß. Sie folgte dem Rat einer Pädagogin. Am Institut für Lehrerbildung im nahen Dömitz erwarb sie die Kenntnisse, um selbst als Grundschullehrerin wirken zu können. Im mecklenburgischen Bad Stuer begann sie unter schwierigen Bedingungen, die Unterrichtsräume waren auf mehrere Standorte verteilt, mehrere Klassenstufen in einem Raum. Nach der Heirat, als Peter Lendt in Sachsen Arbeit fand, begann sie an der Stadtschule in Frankenberg zu unterrichten. Diese vierzehn Jahre bis 1977 wurden beruflich ihre schönste Zeit. Mit Rücksicht auf familiäre Verpflichtungen (die beiden Töchter wurden 1964 und 1972 geboren) wechselte sie an die Schule in Schönborn. 1983 setzte ein Autounfall eine unfreiwillige Zäsur. Sie verließ den Schuldienst, wirkte als Nachhilfelehrerin und bei der pädagogischen Betreuung von Kindern im Mittweidaer Krankenhaus.
Peter Lendt stammt aus einer in Neu Kaliß ansässigen Familie, kam 1938 zur Welt. Wie seine beiden Brüder war er es gewohnt, schon in jungen Jahren in den Ferien Geld zu verdienen. Aber er hatte höhere Ziele, schloss die Schule mit dem Abitur ab. Das Studium verhinderte erst einmal ein Unfall, so absolvierte er eine Papiermacherlehre, ging dann zum Studium an die Fachschule der Papierindustrie in Altenburg. 1962 begrüßte die Papierfabrik in Schönborn-Dreiwerden den jungen Ingenieur als neuen Mitarbeiter. Er begann als Schichtleiter in der Produktion, wechselte dann in den Bereich Investitionen. In den neuen Strukturen 1990 hatte der Betrieb keine Zukunft. Aber Peter Lendt hatte schon seit 1983 nebenberuflich für die Staatliche Versicherung gearbeitet, fand beim Hauptnachfolger Allianz AG im Angestelltenverhältnis die Chance, einen gewachsenen Kundenstamm zu übernehmen. Er erwarb den Abschluss als Versicherungskaufmann und blieb bis zum Renteneintritt 2003.