MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dipl.-Ing. Hartmut Leonhardt

Technikbegeistert, akkurat und beharrlich – im Beruf und im Hobby

Hartmut Leonhardt

Bodestr. 32
06846 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 616906

Flugzeugbauer wollte der 1943 geborenen Hartmut Leonhardt eigentlich werden, doch es kam anders. Bereits während des Abiturs lernte er parallel den Beruf Maurer. Was heute den Studenten nicht mehr passiert war damals noch üblich: Die Studieneinrichtungen sprachen in den Klassen der Oberstufen vor, warben zielgerichtet für Weiterbildung an Ihren Institutionen – bei den angehenden Maurern für ein Studium des Bauwesens. 1961 legte Hartmut Leonhardt das Abitur ab, leistete bis 1963 seinen freiwilligen Armeedienst und nahm danach das Studium an der Hochschule für Bauwesen in Leipzig auf. Nach 5 ½ Jahren hielt er sein Diplom in den Händen. Als Statiker und Konstrukteur begann er in der Projektierung des Wohnungsbaukombinates (WBK Halle) in Dessau, hoffte auch auf eigene Wohnraumversorgung, denn 1968 hatte er indessen seine Frau Inge (Kindergärtnerin) geheiratet. Nachdem keine Wohnung in Aussicht war, ließ er sich – mit neuem Versprechen dazu – als Bauingenieur zur Zivilverteidigung nach Gera locken, erhielt aber auch hier keine entsprechende Unterstützung und orientierte sich neu. 1971 – in dem Jahr der Geburt von Tochter Jana (Lehrerin) kehrte er zurück, arbeitete fortan im Bau- und Montagekombinat Bitterfeld (BMK), erst als Technologe, später als Leiter Technik in der Oberbauleitung Dessau und nach der Wende als Leiter des Technischen Büros, dessen Aufbau er in Bitterfeld geleitet hatte. Als Oberbauleiter für schlüsselfertiges Bauen erlebte er, „wie der Wessi kam“ und Leistungen nicht mehr oder nur an bestimmte Leute bezahlt wurden, Gelder nicht vorgesehene Wege nahmen und un- oder teilbezahlte Materialien teuer weiterverkauft wurden. Was für einige Beteiligte und die Bank lukratives Geschäft war, sorgte 1997 bei Hartmut Leonhardt für das Ende seiner Arbeit. 3 ½ Jahre nahm ein privater Baubetrieb in Dessau seine Dienste noch in Anspruch und kündigte ihn wegen „mangelnder Auftragslage“, nachdem die private Villa fertig gestellt war. In ABM als Polier hatte er die Möglichkeit sein Fachwissen an ca. 35 andere Menschen weiterzugeben und freut sich heute, dass er das noch abschließend zum Berufsleben tun konnte, ist es doch etwas, was bleibt – ebenso wie die Objekte, an denen er mitgewirkt hat und die er mit Freude betrachtet, wenn er heute durch Dessau oder Bitterfeld geht. Hartmut Leonhardt pflegt seit seinem 11. Lebensjahr eine Leidenschaft: Modellbau. Er ist in der Modellmanufaktur Dessau e. V. aktives Mitglied. Jeden ersten Freitag im Monat besucht er den Stammtisch des Vereins, tauscht sich aus. Dabei ist die Begegnung mit einem jungen Modellbauer, den er einst zu DDR-Zeiten in einer Arbeitsgemeinschaft Junger Pioniere an den Modellbau herangeführt hat, für ihn ein besonderes Erfolgserlebnis. Mit seinen Modellen war er mehrfach DDR-Meister, erhielt Auszeichnungen und baute an manchem Projekt acht Jahre lang. „Aber das ist ja heute nichts mehr wert...“, sagt er emotionslos und bringt damit aber doch auf den Punkt, was die Menschen in den neuen Bundesländern erleben: Den traurigen Werteverlust ihrer früheren Leistungen. Technikbegeistert pflegt er heute die Verbindung mit seinen beiden Enkeln zeitgemäß über ein Smartphone, beschäftigt sich mit dem Computer und neuen Programmen und bleibt damit geistig jung.
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