MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Petra Leske

„Behandele jeden, wie du behandelt werden willst“

Petra Leske

Anger 41 a
06800 Jeßnitz

Die 1954 geborene Petra Leske erzählt, wie sehr die Erlebnisse der Kindheit sie geprägt haben: Die Mutter bei ihrer schweren körperliche Arbeit unterstützend, den in Elternhaus-Pflege betreuten Opa sehend, den anderen Opa im Pflegehaus erlebend – weckte dies in ihr den Wunsch zu helfen, für andere da zu sein. Und doch ging sie nach dem Abschluss der 10. Klasse andere Wege, lernte den Beruf einer Gebrauchswerberin / Dekorateurin bei der Handelsorganisation (HO). Da nur ausgebildet wurde, wer im Betrieb auch benötigt wurde, war die HO dann auch ihre erste Arbeitsstelle, dekorierte sie 10 Jahr lang Schaufenster und Säle. Nach Ihrer Hochzeit 1974 mit Erhard Leske (verstorben 2013) und der Geburt der Kinder David (1974, Bauunternehmer) und Sandra (geb. 1980, Verkäuferin), musste sie auf Grund einer indessen auftretenden Nickelallergie den Beruf wechseln. In der Auswahl einer neuen Tätigkeit dadurch auch sehr eingeschränkt, arbeitete sie fortan als Packerin in der Papierfabrik. Das brachte zwar Geld in die Familienkasse, doch keine Erfüllung in der Arbeit. So nahm Petra Leske 1992 die Chance wahr im Pflegeheim pro civitate Wohnstätte für Behinderte als Pflegerin anzufangen und erfüllte somit spät doch noch ihren Mädchenwunsch, etwas zu tun, um anderen Menschen helfen zu können. Anfangs noch damit beauftragt, mit den Behinderten Beschäftigungen, Basteleien durchzuführen und kleine Programme einzustudieren, wurde dieser Einsatzbereich nach und nach an ausgebildete Sozialpädagogen übertragen und ihr selbst die Aufgabe zuteil, Pflege, Hilfe und Unterstützung im Wohnbereich zu geben. Eine anspruchsvolle Arbeit, besonders während der Feriengestaltung, denn in dieser Zeit beträgt die Betreuungszeit 24 Stunden am Tag. Und trotzdem: Petra Leske ist zufrieden, begleitet die ihr anvertrauten Menschen nun schon über 20 Jahre und freut sich über das liebevolle Verhältnis mit ihnen. „Man darf es nicht mit nach Hause nehmen“ beschreibt sie den Spagat zwischen Anteilnahme und Selbstschutz und bedauert, dass nicht mehr für diese Menschen möglich gemacht werden kann, weil das Bezahlsystem das nicht zulässt. „Es sind doch Menschen, und keine Akten“, sagt sie dazu. „Behandele jeden Menschen, wie du behandelt werden willst“ zitiert sie einen Bibelspruch und handelt täglich genau danach.
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