MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Helga Leitert
Kinder und Senioren
Rentnerin
Marzahner Promenade 12
12679 Berlin
Als Leipzigerin vom Jahrgang 1930 hatte Helga Leitert eine schwere Zeit in ihrer eigenen Jugend zu überstehen. Sie absolvierte zwar von 1936 bis 1944 die Grundschule, aber zwischenzeitlich musste zum Großvater aufs Land geflüchtet werden, das Heim der Familie wurde ausgebombt. Das absolvierte Pflichtjahr wurde nicht anerkannt, in die neue Pflicht auf einem Bauernhof fiel das Kriegsende. Danach arbeitete sie zwei Jahre in einem Kinderheim, Vorbereitung auf ihren Traumberuf. 1947 konnte sie ihre Ausbildung an der Henriette-Goldschmidt-Schule Leipzig beginnen, schloss mit dem Staatsexamen als Erzieherin und Kindergärtnerin 1949 ab. Ab da arbeitete sie in einem Schulhort bei der nachunterrichtlichen Betreuung. Im Fernstudium an der Pädagogischen Hochschule Potsdam qualifizierte sie sich 1954/57 als Unterstufenlehrerin. Sie wurde als Pionierleiterin eingesetzt, gab aber ebenso Unterricht. Mit dem Umzug nach Berlin warteten neue Aufgaben. Nun ging es in einer Betriebskinderkrippe wieder um die Jüngsten, dann zog sie innerhalb der Stadt um und wechselte deshalb in einen Kindergarten, in dem sie später auch als Leiterin eingesetzt werden konnte. Dieser wurde dann zur Kinderkombination (Krippe und Kindergarten) erweitert. Diese große Einrichtung verantwortete sie über viele Jahre, sorgte dafür, dass die Vorschulkinder auf ihren Wechsel zur Schule vorbereitet waren, dass ärztliche und – so erforderlich – sprachheilpädagogische Versorgung gewährleistet war. Mit besonderer Freude kümmerte sie sich auch um die Kinder anderer Nationen, deren Eltern u. a. aus Russland, dem Irak oder Chile kamen. Mit der Pestalozzi-Medaille in Gold, Silber und Bronze wurde ihre erzieherische Arbeit gewürdigt.
Mit dem Ruhestand nach arbeitsreichen Jahren endeten nicht die Aktivitäten von Helga Leitert. Sie hatte immer gesellschaftlich gearbeitet, in ihrer Partei, der SED, als Abgeordnete in den Stadtbezirksparlamenten von Lichtenberg und später von Marzahn. Heute ist es die Seniorengruppe der Volkssolidarität, in der sie sich bis vor kurzem um die Finanzen, nun weiter um die Organisation von Veranstaltungen kümmert. Der Klubraum im Nebenhaus wurde zum Treffpunkt mit namhaften Schriftstellern oder Fernsehlieblingen, ein Raum auch für Feste und gesellige Runden.
Durch Kind, zwei Enkel und ein Urenkel blieb der Kontakt zur nachwachsenden Generation, der ihr Berufsleben prägte, immer erhalten.