MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Martina Leschin, Annette Preussler und Anette Fiebiger

Drei Frauen mit Idealismus

Martina Leschin, Annette Preussler und Anette Fiebiger

Geburtshaus Spremberg
03130 Spremberg

„Kugelrund“ heißt dieses Haus. Denn kugelrund sind die Bäuche der Frauen, die Unterstützung hier finden, um neuen Erdenbürgern auf die Welt zu helfen. Begonnen hatte es mit einer schlechten Nachricht im Jahre 2005: Von höherer Ebene aus sollte die gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung des Spremberger Krankenhauses geschlossen werden. Vom Krankenhauschef angefangen über die Ärzte bis zu den Hebammen fand man das nicht akzeptabel. Man suchte Lösungen, fuhr deshalb bis Südbayern, fand letztlich eine eigene Lösung: Das sogenannte zweite Spremberger Modell ist ein krankenhausnahes Geburtshaus mit freiberuflich arbeitenden Hebammen. Und mit schneller ärztlicher Hilfe bei eventuellen Komplikationen. Martina Leschin ist eine von den drei hier tätigen Hebammen. Selbstständig arbeitet sie bereits seit 1991. Ihre Kolleginnen Annette Preussler und Anette Fiebiger wagten gemeinsam den Schritt im Jahr 2001. Eine ambulante Betreuung von Geburten erschien anfangs nicht leicht vorstellbar. Aber durch die sehr enge Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus hat sich gezeigt, dass dies nicht problematisch ist und sogar ein paar Vorteile hat. Denn wenn nach etlichen Stunden die Mutter nicht ganz wohlauf ist, werden sie auf Station gelegt. Alle anderen sind schon bald wieder daheim – aber keinesfalls sich selber überlassen. Hausbesuche sind ein fester Punkt im Dienstplan. Sowohl vor als auch nach der Geburt gibt es auch fachkundige Begleitung in Gemeinschaft: Geburtsvorbereitungskurse, Rückbildungsgymnastik, Schwimmen, Yoga und Baby-Massage. Und die Hebammen sind längst befähigt, Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen, allein mit sensiblen Händen und Ohren. Insgesamt sagt diese Arbeit im Geburtshaus ihnen sehr zu – und „ihren“ Frauen gleichermaßen. Rund 150 sind es Jahr für Jahr, die hier praktische Hilfe und persönliche Betreuung erleben. Sie kommen auch aus Senftenberg, sogar aus Cottbus, dank Mund-zu-Mund-Propaganda. Krankenkassen übernehmen die Kosten. Doch wenn dies auch alles wirklich gut und schön ist, anstrengend bleibt der Dienst schon, insbesondere der Einsatz in den Nächten. Obendrein sind die drei engagiert im Netzwerk „Gesunde Kinder“. Da müssen die eigenen Familien fest hinter ihnen stehen. Alle drei sind ja selbst Mütter. Was sie zudem vereint: Das Radfahren entspannt sie. Aber vor allem ist es der Idealismus, der sie miteinander verbindet.
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