MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gudrun und Bernd Leipart

„Es ist besser ein Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.“ (Konfuzius)

Gudrun und Bernd Leipart

Dipl.-Finanzwirt (FH)
Kfz-Schlosser
99439 Am Ettersberg OT Großobringen

Das 1950 in Frankfurt / Oder geborene Mädchen Gudrun hatte bereits während der Schulzeit ganz klare Vorstellungen zu ihrer künftigen Berufstätigkeit. So entschied sie sich nach Abschluss der 10. Klasse für eine zweijährige Lehre bei der Industrie- und Handelsbank (später umgewandelt in die Staatsbank der DDR), schloss diese als Bankkaufmann ab. Im Anschluss wurde sie von der ausbildenden Bank an die Finanzschule in Gotha delegiert, studierte hier drei Jahre, wurde Finanzökonom (nach der Wende nachdiplomiert zum Dipl.-Finanzwirt). Indessen verheiratet (1971, Ehemann Bernd), bewarb sie sich an ihrem neuen Wohnort bei der Staatsbank Weimar, wurde als Betriebsökonom eingestellt. „Ich habe eigentlich in der Bank alles gemacht, von der Baufinanzierung bis hin zur Kaderstelle.....“ berichtet sie von ihrer Entwicklung und dem Aufstieg zum Abteilungsleiter für Ökonomie und zum Stellvertreter des Bankdirektors. 1986 entschloss sie sich dennoch zum Wechsel. Sie bezeichnet dieses Jahr als kritisches Jahr in der Bank, Unzufriedenheit machte sich im Kollegium breit, der politische Druck wurde stark, die Umgangsformen unangenehm. Im Rat des Kreises Weimar, Abteilung Finanzen fand sie neue Herausforderung. „Das war ein wunderschönes Arbeiten. Ich habe dort genauso Betriebe bearbeitet, nur eben vom Kreis her mit wirtschaftlicher Unterstützung...“ berichtet sie. Dann kam das Jahr 1989, mit dem der Strukturwandel in allen Bereichen, Betrieben und Institutionen einsetzte. Neue Finanzämter wurden gegründet. Für die Mitarbeiter der Abteilung Finanzen des Rates des Kreises galt es zu entscheiden in die Finanzämter zu wechseln oder im Landratsamt einen Platz einzunehmen. Gudrun Leipart entschied sich 1990 für eine Tätigkeit im Finanzamt da sie bereits seit 1987 als Leiterin der Abteilung Steuern eingesetzt und damit „vorbelastet“ war. Vieles veränderte sich fortan. Sie erinnert sich an die Bewunderung ihres Vorgesetzten Jahre später zum einfach Steuerrecht in Amerika und zeigte ihm die A 5- Broschüre des Steuerrechts der DDR von 1970 – klein, handlich, übersichtlich, einfach zu begreifen und umzusetzen....Das heute geltende Steuerrecht empfindet sie selbst als recht komplex für den Steuerzahler. Seit dem Jahr 2008 befindet sich Gudrun Leipart im Ruhestand. Zwei Jahre zuvor waren die Finanzämter Weimar und Jena zusammengelegt worden. Das hatte Strukturänderungen nach sich gezogen, einschließlich einer Straffung des Verwaltungsapparates. Rückblickend hat Gudrun Leipart die Wendezeit gut überstanden. Sie hat sich neu orientieren, viel dazulernen müssen und hatte das Glück von Anfang an in den Aufbau der neuen Finanzämter einbezogen gewesen zu sein. „Es war eine sehr aufregende Zeit...man musste sich mühen....so ohne weiteres ging das nicht....aber jeder hätte ähnliches bewerkstelligen können...“ sagt sie heute dazu. Die Pensionärin engagiert sich im Heimatverein Großobringen e. V. und in einer Sportgruppe. Ehemann Bernd (gebürtiger Thüringer; Kfz-Schlosser) hat seine Frau in Gotha kennengelernt, wo er im NVA-Panzerregiment 4 stationiert war. Nach seiner aktiven Zeit arbeitete er im VEB Weimar-Werk als Schlosser in der innerbetrieblichen Werkstatt. Der Verdienst war äußerst gering, so dass er in den Fuhrpark wechselte und fortan als Lkw-Fahrer tätig war. Als der VEB Kraftverkehr Weimar NSW-Reisekader (NSW = nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet) suchte, hatte Bernd Leipart das Glück durch den VEB Kraftverkehr dorthin delegiert zu werden. Er befuhr nun von Griechenland, über Norwegen und Frankreich etliche Länder der westlichen Welt. Der Auflösung des VEB Kraftverkehrs nach der Wende fiel auch sein Arbeitsplatz zum Opfer. Zwei Jahre arbeitete er noch in einer daraus hervorgehenden Firma, dann fing er in einer westdeutschen Firma an, fuhr Schwerlasttransporte und war wieder Länderübergreifend unterwegs. Unpünktliche und ausbleibende Zahlungen avisierten die Insolvenz der Firma bereits vor ihrem Eintritt. Bernd Leipart musste sich 50-jährig arbeitslos melden. Doch bevor er einen Tag Leistung beanspruchte, hatte er sich schon neu orientiert, fuhr für einen Landwirtschaftsbetrieb Schüttguttransporte bis er 2011 über Arbeitslosigkeit und Vorruhestand in den Ruhestand trat. Die Eheleute Leipart haben zwei Kinder (Heike, geb. 1972 und Steffen, geb. 1976) und drei Enkelkinder. Sie genießen die gemeinsame Freizeit, sind zufrieden mit ihrem Leben und somit glücklich.
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