MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Waltraud Lehmer

Erfüllung mit den richtigen Aufgaben und dem richtigen Partner

Waltraud Lehmer

Meisterin der Landwirtschaft
Zum Tiergarten 9
04838 Zschepplin

Als Waltraud Lehmer 1942 in Marienheim, damals im Kreis Gostingen (heute wieder polnisch Gostyn) geboren wurde, herrschte Krieg, der Vater war zur Wehrmacht eingezogen. Doch blieben Waltraud Lehmer wenige Erinnerungen, denn im kalten Winter 1945 ging es für die Mutter und die vier Kinder auf die Flucht vor der nahenden Front. Noch hoffte die Familie nach Kriegsende zurückkehren zu können. Doch später war man froh, dass wenigstens der Vater den Weg zu ihnen zurückgefunden hatte. Im anhaltinischen Kreis Bernburg fanden sie Aufnahme. Das bäuerliche Erbe der Eltern legte für die junge Waltraud eine entsprechende Ausbildung nahe. In Rothenburg an der Saale hatte sie acht Jahre die Schule besucht. Die Ausbildung, Abschluss als Landwirtschaftliche Facharbeiterin, erfolgte im Volkseigenen Gut Friedeburg. Doch wollte man sie nach dem Ende der Lehrzeit eher in der Buchhaltung einsetzen. Da fügte es sich, dass eine Bekannte sie zur Bewerbung an den Lehr- und Forschungsstützpunkt der Martin-Luther-Universität Halle (Saale) in Noitzsch (Ortsteil von Zschepplin im heutigen Nordsachsen) ermunterte. Im Jahr 1959 konnte sie hier in der Praxis tätig werden, doch standen auch immer Büroarbeiten an. Vom Anbau und der Wachstumsbeobachtung bis zur Auswertung der bei den Versuchspflanzen gewonnenen Daten reichte das Spektrum des kleinen Mitarbeiterstabes. In den Wintern stand auch Weiterbildung an, insbesondere konnte Waltraud Lehmer 1962/63 einen Lehrgang besuchen, der zum Meistertitel der Landwirtschaft führte. Als gesundheitliche Probleme zu Einschränkungen rieten, engagierte sie sich vor allem im Innendienst. Nach dreißig Jahren bei dieser Institution kam mit dem Ende der DDR und der darauf folgenden Umstrukturierung der universitären Forschungsarbeit das Aus für die Einrichtung in Noitzsch. Waltraud Lehmer erhielt noch zwei Jahre Geld von der Arbeitslosenversicherung, wurde dann Hausfrau. Früher Handarbeiten, heute der Garten forderten ihr Geschick. Kleingeflügel (Tauben und Wachteln) bereicherte lange die Familie Lehmer. Durch ein Vorpraktikum kam der aus Halle stammende Klaus Lehmer nach Noitzsch. Hier begegnete er seiner späteren Ehefrau (Heirat 1965). Klaus Lehmer studierte dann vier Jahre an der Halleschen Universität, schloss als Diplom-Landwirt ab. Da sie verheiratet waren, erhielten sie eine Wohnung im neugebauten Wohnblock des benachbarten Ortes Hohenprießnitz. 1980 wurden sie in dem Noitzscher Haus ansässig, in welchem Frau Waltraud immer noch wohnt. Lange Jahre als Vorsitzender der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) im nahen Jesewitz eingesetzt, wurde Klaus Lehmer nach dem Ende der DDR-Strukturen im Leipziger Ortsteil Böhlitz-Ehrenberg als Unternehmensberater im landwirtschaftlichen Bereich tätig. Er verstarb bereits 2017.
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