MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Günther Leipe

Nie auf halbem Weg stehen geblieben

Günther Leipe

Täschner / Dreher
Staatl. gepr. Lehrausbilder / Baumaschinist Kegelsportler / Trainer und Funktionär
Fritz-Heckert-Siedlung 50

09337 Hohenstein-Ernstthal

Günther Leipe wurde am 19.12.1940 in Schlesien geboren. „Unser Vater, gelernter Maurer, war im Krieg als meine Mutter mit uns fünf Kindern aus der Heimat fliehen musste“, schildert er seinen prägenden Start ins Leben. Seine Kindheit und Schulzeit verlebte er dann von 1947–1955 in Gersdorf, einer sächsischen Gemeinde des Landkreises Zwickau. Er absolvierte eine dreijährige Lehre als Täschner / Sattler bei der Firma Drechsler & Sohn in Hohenstein-Ernstthal, besuchte die Berufsschule in Chemnitz und arbeitete im Anschluss noch für ein Jahr in seinem Lehrbetrieb. Danach wechselte er in die Metallbranche und war von 1955–1970 im Hohensteiner Vorrichtungsbau tätig. „Hier habe ich alles gelernt, was ich in meinem neuen Arbeitsumfeld benötigte“, erzählt er. „Ich machte auf der Abendschule den Abschluss als Dreher und arbeitete mehrere Jahre als Brigadier einer Jugendbrigade. Später ging ich in die Flachschleiferei und wurde 1973 in das Hauptwerk des Werkzeugmaschinenkombinats „Fritz Heckert“ nach Karl-Marx-Stadt delegiert. Während eines Betriebsvergnügens lernte Günther Leipe seine zukünftige Frau Heidrun kennen und lieben, die als Leiterin der EDV-Abteilung tätig war. „Sie war das Beste, was mir passieren konnte und die gute Seele unserer Familie“, umschreibt er seine glückliche Ehe. Mit Carmen (geb. 1965, Büroangestellte), Ines (geb. 1969, Lehrerin und Andrea (geb. 1971, kaufmännische Angestellte) hat das Paar drei Töchter und mittlerweile fünf Enkel und einen Urenkel. Nach seinem Zusatzabschluss als staatlich geprüfter Lehrausbilder spezialisierte sich Günther Leipe ab 1985 auf die Lehrausbildung im Kombinat. „Ich habe den Lehrlingen unter anderem das richtige Messen mit speziellen Messgeräten beigebracht und hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihnen“, sagt er. Im Zuge der Wende absolvierte er noch eine Qualifikation zum Baumaschinisten, machte mit 50 Jahren den Führerschein und kaufte sein erstes Auto. „Über den Sozialplan meines Betriebes habe ich dann bei einer Firma in Zschopau auf dem Bau gearbeitet, war ein Jahr arbeitslos und bekam aufgrund meiner Lehrausbilderbefähigung im Anschluss eine Stelle als Sozialpädagoge am Jugendzentrum Lichtenstein. Das war ebenfalls eine sehr interessante Zeit, aber ich erlebte den Wandel der Jugend bereits hautnah mit“, erzählt er. Mit 60 Jahren wurde Günther Leipe pensioniert, blieb aber gesellschaftlich engagiert. „Mein Vereinsleben begann im Alter von 10 Jahren in der Fußballpioniermannschaft Gersdorf“, berichtet er. Später wechselte er zum Kegelverein, wo er u. a. als ehrenamtlicher Lehrwart an der Bezirkssportschule in Werdau Übungsleiter ausgebildet hat. Er spielte selbst noch bis 2014 in der Verbandsliga und ist seit 40 Jahren als erfolgreicher Trainer aktiv. So führte er neben anderen Jugendlichen seine Töchter Andrea und Ines zu DDR-Meistertiteln. „Meine Tochter Ines war 2016 Deutsche Vizemeisterin bei den Damen“, erzählt der stolze Vater, der seit 2010 verwitwet ist und seine Familie als höchstes Gut betrachtet. Für die Zukunft wünscht sich Günther Leipe vor allem Gesundheit, damit er sein selbstbestimmtes Leben im Kreise seiner Lieben noch viele Jahre genießen kann.
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