MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred Lehnert
Ein stolzer Blick zurück auf ein produktives Arbeitsleben
Kfz-Schlosser; Meister der volkseigenen Industrie
Oberbrandinspektor FFW Hainichen
Thomas-Müntzer-Siedlung 3
09661 Hainichen
Im Gespräch mit Manfred Lehnert lernt man einen hilfsbereiten Menschen kennen, der vor allem Ehrlichkeit schätzt. Er wohnt seit der Geburt am 21. September 1933 in Hainichen, der Vater ist gelernter Leineweber, der sich später als Gelegenheitsarbeiter durchschlägt, die Mutter ist Hausfrau. Manfred Lehnert erinnert sich an eine schöne Kindheit, in der die Arbeit bereits ein fester Bestandteil des Lebens ist. Am Sonnabend ist Badetag, der Sohn hilft beim Kochen des Wassers und kehrt den Hof. Ab 1940 besucht er acht Jahre die Schule. „Ich war auch bei den Pimpfen, das war damals ebenso“, erinnert sich Manfred Lehnert an eine Zeit mit Geländespielen und Sport, was für ihn stets ein Erlebnis gewesen ist.
Nach der Schule soll er zunächst einen Beruf erlernen, wo das Essen gesichert ist, aber diese sind in der Hungerzeit überlaufen. So erlernt der junge Mann ab 1948 den Beruf eines Kfz-Schlossers und lernt schon früh den Nutzen von Fürsprache und Beziehungen kennen. Nach der Lehre hat er das Glück, übernommen zu werden. Um den Werbungen der KVP zu entgehen, geht Manfred Lehnert mit elf Kollegen zur Wismut AG, diese hält ihre Versprechungen nicht ein, die jungen Leute kehren zurück, Manfred Lehnert landet im Drei-Schicht-System seines alten Betriebes. Im Jahr 1958 besteht er die Prüfungen als Meister der volkseigenen Industrie. In dieser Zeit tritt er in die AWG ein und leistet neben dem Meisterstudium (im Abendstudium) die noch sehr aufwändigen Arbeitsstunden für die Genossenschaft ab. Seit 1957 wohnt er mit seiner Familie in der heutigen Wohnung.
Im Jahr 1955 heiratet Manfred Lehnert seine Frau Gerda, diese stirbt im Jahr 2011. Im Jahr 1958 kommt die Tochter Barbara zur Welt, sie arbeitet heute als Landschaftsarchitektin. Er selbst arbeitet von 1963 bis 1991 als Meister in der Härterei. Mit 58 Jahren kann er in den Vorruhestand, mit 61 Jahren, ab 1994, in die Rente gehen.
Manfred Lehnert hat seine Arbeit stets gern und engagiert verrichtet. Er ist Aktivist und verdienter Aktivist und Träger gesellschaftlicher Auszeichnungen. Er arbeitet aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt als Wirkungsbereichsleiter, spendet über 100 Mal unentgeltlich Blut und wird Mitglied der SED, um dem Werbedruck zu entgehen und in Ruhe eigenverantwortlich arbeiten zu können. Nach 1990 muss er den Abriss der Gebäude des ehemaligen Betriebes erleben, die ein Bestandteil seines Lebens sind.
„Ich habe in meinem Leben viele Spuren hinterlassen“, blickt Manfred Lehnert zurück. Er lebt bis heute sehr gern in seinem Geburts- und Heimatort. Trotz eines Bandscheibenvorfalls will er noch lange bei guter Gesundheit sein Leben meistern können und unternimmt hin und wieder noch Fahrradtouren.