MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Sieglinde Leibner

„Es ist für fast alles ein Kraut gewachsen…

Sieglinde Leibner

Lehrerin, Kräuterfrau
07926 Gefell

…man muss es nur kennen und richtig anwenden können.“ Sieglinde Leibners Devise entstammt der Lebenserfahrung einer Olitätenkönigin. Dieser Titel wird im thüringischen Großbreitenbach jeweils für ein Jahr verliehen, sie trug ihn 2005/06. Olitäten sind die im Bewusstsein des Volkes verankerten Naturheilmittel, hier kennt sich Sieglinde Leibner bestens aus, Heil- und Gewürzkräuter zu sammeln, anzubauen, zu empfehlen – die Kräuterfrau von Heidefeld im Vogtland (Ortsteil von Gefell) hat die Liebe zu den Pflanzen der Natur von ihrer Großmutter übernommen, sich einer Ausbildung zur Phytologin unterzogen, ihr Wissen in zwei Büchern („Bewährtes Kräuterwissen“, „Heilschnäpse, Kräutertees und mehr“, beide im Buchverlag für die Frau erschienen) anderen Menschen zugänglich gemacht. Geboren wurde sie 1936 im unweit gelegenen Örtchen Haidefeld. Ab 1942 besuchte sie die Schule, unterbrochen vom Aufenthalt in einer Tbc-Heilstätte. Nach Überwindung der Krankheit (Tuberkulose) schloss sie die 8. Klasse ab, begann im Plauener Glühlampenwerk in der Werkzeugausgabe, pflegte eine Zeit lang die eigene Mutter, besuchte dann in Gera die Pionierleiterschule. Zwei Heiraten (die erste Ehe erwies sich als Irrtum), die Geburten der vier Kinder (drei Töchter, ein Sohn, inzwischen fünf Enkel und drei Urenkel) forderten sie. Sie arbeitete als Köchin, ließ sich in Abendlehrgängen zur Rinderzüchterin ausbilden, wollte aber wieder gern mit Kindern arbeiten und begann als Pionierleiterin (verantwortlich für die Freizeitgestaltung in der Schule) in der vogtländischen Gemeinde Krebes, erwarb die Lehrbefähigung für die Unterstufe, wechselte ins nahe Reuth, spezialisierte sich auf Fächer wie Biologie (vor allem die Betreuung des Schulgartens) und Zeichnen und unterrichtete später Kunsterziehung ebenso in höheren Klassenstufen. Als 1991 ihr Mann Christoph erkrankte, nahm sie das Angebot in Vorruhestand zu gehen an. Nun blieb auch für den eigens angelegten Kräutergarten mehr Zeit. Ihre lebenslange Liebe zur Natur und die lange Pflege ihres Mannes sowie noch danach die Pflege ihrer Mutter, stärkten sie in ihrem Entschluss sich aktiv für die Hilfe kranker Menschen einzusetzen. In Lehrgängen und einem zweijährigen Studium zur Phytologin erwarb sie sich Kenntnisse zum Heilen und Helfen mit der Natur. Die vielen Erfolge als Naturheilerin mit alten, traditionellen Mitteln und ihre eigenen entwickelten Olitäten geben ihr bis ins hohe Alter Kraft und Zufriedenheit.
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