MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Michael und Heike Leisering
In Gedenken an die Muldentalbahn
Kleines Eisenbahn- und Bierdeckelmuseum Möseln
Hohnbacher Straße 8
04680 Möseln
Fon/Fax: 034381 / 45243
Funk: 0160 / 90835515
Internet: www.tutut-home.de
E-Mail: gewandhausgaertner(at)freenet.de
Manchmal entwickelt sich eine Idee, ein Hobby so sehr, dass daraus etwas Größeres, vor nicht geplantes entsteht. So ist es Michael und Heike Leisering aus Möseln, dem kleinen 80-Seelen-Nachbardorf von Colditz, ergangen. Hier empfangen sie ihre Besucher im, wie sie es selbst liebevoll bezeichnen, „wohl kleinstem Eisenbahnmuseum Deutschlands“.
Es liegt nahe, dass der Gründer eines solchen Museums selbst Eisenbahner ist und bei Michael Leisering ist dies auch der Fall. Der Siebenundvierzigjährige gebürtige Rochlitzer hat den Beruf des Lokschlossers erlernt und arbeitet auch heute als Lokführer. Zwei Jahre davon hat er sogar noch auf einer Dampflok den Kessel beheizt. Seine Ehefrau Heike ist gebürtige Karl-Marx-Städterin und arbeitet als Verkäuferin.
Michael Leisering hatte schon früher in seinem Kleingarten in Rochlitz, der an der Bahnlinie lag, vorbeifahrende Berufskollegen mit allerlei Schildern aufmerksam gemacht. Im Jahr 2001 zogen sie nach Möseln um und die Sammlung an eisenbahntypischen Gegenständen sollte eigentlich nur zur Ausschmückung der 25 Quadratmeter großen Garage bei Familienfeiern dienen. Aber wie dies bei einem leidenschaftlichen Sammler nun einmal so ist, gesellten sich immer mehr Stücke dazu. Die Sammlung wuchs zusehends und der Wunsch entstand, diese Dinge auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Herbst 2008 war es schließlich soweit.
Es ist schon erstaunlich, wie Michael und Heike Leisering es geschafft haben, auf dem begrenzten Raum eine solche Vielfalt vom Bahnhofsschild, über Signalteile und dienstliche Utensilien, bis zur traditionellen Uniform unterzubringen und dennoch übersichtlich und in chronologischer Reihenfolge zu beschriften, um so einen Überblick über die Geschichte der Bahn zu geben. Dazu zählt insbesondere die geschichtsträchtige Muldentalbahn, die einst von Wurzen bis nach Glauchau führte und Stück für Stück, nach dem Ende der DDR sogar mit unsauberen Mitteln bis zur endgültigen Einstellung „abgewickelt“ wurde.
Michael Leisering hat außerdem ein Bierdeckelmuseum sowie ein mit Augenzwinkern zu betrachtendes Ostalgiezimmer eingerichtet. Ein liebevoll gehegter Ziergarten begeistert im Sommer vor allem Botaniker und auf dem Hof steht sogar eine voll funktionsfähige, elektronisch und von Hand gesteuerte Lichtsignalanlage.
All dies wäre nur die Hälfte, wenn nicht auch Michael Leiserings Humor erwähnt würde. Es ist nicht nur Begeisterung, sondern auch seine Lebenseinstellung, mit der er seine Besucher mitreißt.