MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dipl.-Ing. Kurt Leinhos
Gib niemals auf!
99091 Erfurt
Diesen Wahlspruch hat er beherzigt zu Zeiten der DDR, und nach dieser Devise lebt er auch heute noch, mehr denn je, denn heute ist es zusätzlich noch die Bandscheibe, die dem Diplomingenieur Kurt Leinhos das Leben schwer macht. Geboren 1946 in Erfurt, macht er dort auch das Abitur und studiert danach an der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt Maschinenbau. Nach dem Studium fängt er beim zum Kombinat Robotron gehörenden Büromaschinenwerk Optima in Erfurt als Konstrukteur an, wird schnell Bereichsleiter Maschinensaal des Werkzeughauses, Nachwuchskader des Leiters der Werkzeugkonstruktion, Sachgebietsleiter Sintertechnik und nach dem Wandel der Schreibtechnik von der Mechanik zur Elektronik schließlich Produktionsbereichsleiter für elektronische Baugruppenfertigung, insbesondere Leiterplatten. In diese Zeit fallen auch zwei jeweils dreimonatige Dienstreisen nach Ghana, wo er ghanesische Lehrer an der von Robotron gelieferten Ausrüstung unterweist, und eine weitere große Dienstreise nach Indien zu der Firma Kores Ltd., der er für die dorthin gelieferten Optima-Schreibmaschinen eine Anlaufunterstützung bietet. Als nach der Wende infolge der marktwirtschaftlichen Anpassungsprobleme sein bisheriger Arbeitgeber die eigene Leiterplattenproduktion einstellt und aus Fernost zukauft, wird er arbeitslos und ist zunächst einmal ohne Beschäftigung. Hieran ändern auch ein Managementtraining für ehemalige Führungskräfte und ein weiterer Fortbildungskurs nichts, so dass er sich am 01.10.1995 als Konstrukteur für Spritzgusswerkzeuge selbstständig macht, eine Tätigkeit, die er zu Anfang auch bei der Optima gemacht hat und bei der ihm jetzt auch die im Zuge der Umschulungen mitgemachte CAD-Ausbildung hilft. Für rund 8000.- DM kauft er sich Software und beginnt mit den Konstruktionen. Zu rund 60 % sind es Produktionswerkzeuge für die Autoindustrie wie zum Beispiel zur Herstellung eines Citroen-Scheibenwischers, eines Airbag-Schalters von VW, einer Schlossabdeckung für eine Hecktüre von Audi oder etwa eines Federsteg entkoppelten Bürstenträgers für Bosch. Aber auch die Herstellung des Schlaghebels der Walther Pistole erfolgt mit einem von ihm konstruierten Werkzeug. 2008 muss er aus gesundheitlichen Gründen aufhören und bezieht seitdem eine Altersrente für behinderte Menschen. Aber Basteln und Tüfteln ist immer noch seine Lieblingsbeschäftigung.
Er hat zwei erwachsene Töchter, die in Australien und Mexiko leben, und er ist stolzer Opa von einem Enkel.