MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Günter Lehmann
„Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“ (Willy Brandt)
Maurer
Zum Lehmberg 13
04769 Mügeln
Fon: 034362 / 30534
Günter Lehmann wurde am 12.03.1933 als Sohn einer Landwirtin und eines Fabrikarbeiters (Chemische Werke) in Mügeln geboren. Sechs Jahre war er erst alt als der 2. Weltkrieg begann, der seine Kindheit und Jugend entscheidend prägen sollte. Der Vater kehrte nicht aus dem Krieg zurück. Er war in russische Gefangenschaft geraten und starb in dieser an Hunger, Entkräftung und Aufenthalt unter freiem Himmel. Die Mutter stand nun alleine mit ihren drei Kindern da. Sie musste diese nicht nur erziehen und versorgen, sondern auch hart arbeiten um sie ernähren und kleiden zu können. Günters ältere Schwester (verstorben) wuchs deshalb vorwiegend bei den Großeltern auf, während er selbst und seine jüngere Schwester (verstorben) bei der Mutter blieben. 1940–1948 besuchte Günter Lehmann die Schule in Altmügeln. Trotz der schwierigen Zeit gelang es der Mutter und seinem Onkel eine Maurerlehre für den Jungen aufzutun. Drei Jahre lernte er den Beruf bei einem privaten Maurermeister in Naundorf, der mit seiner Firma dort ansässig wurde weil er in Leipzig mit seinem Geschäft ausgebombt war. Als Geselle blieb er im Betrieb tätig und konnte nun zum Familienetat beitragen. Aber bald erlag er den Werbern der Kasernierten Volkspolizei, glaubte dort ein besseres Auskommen zu haben. Doch der Einsatz im Bereich Artillerie der Armee war sehr schwer und so entschied Günter Lehmann sein Glück in den Reihen der Polizei zu suchen. Er war jung, ungebunden, sagte was er dachte, begehrte auf. Das führte zu Problemen und zum Ausschluss aus den bewaffneten Organen. Nach 10 Tagen Haft ging er also zurück in seinen Beruf. „Aus dem Bau bin ich nie mehr rausgekommen....“ berichtet er von seinem weiteren Berufsweg, der sich im Wohnungsbau bei Baumeister Otto Starke in Mücheln und später in seinem ehemaligen Lehrbetrieb (nun wieder in Leipzig ansässig) fortsetzte, im BMK Leipzig (Industriebau) mündete und mit Renteneintritt endete. Ehefrau Irmgard, geb. Hentschel, (Arbeiterin im Karolienwerk, später Arbeit in der Landwirtschaft) begleitete ihn viele Jahre seines Lebens bis sie 2019 verstarb. Die gemeinsame Tochter Susanne (Büroangestellte) hat indessen für einen Enkelsohn gesorgt. Günter Lehmann ist stolz auf sein Arbeitsleben und freut sich etwas geschaffen zu haben und dabei eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit gehabt zu haben. Heute geht vieles nicht mehr so gut. Er wohnt in dem Haus, das er einst mit seiner Frau zusammen kaufte und erfreut sich an seiner Katze, die ihm Gesellschaft bietet. Früher hatte er auch noch einen Hund, lief täglich große Runden mit ihm. Doch das traut er sich heute nicht mehr zu. Er hat genügend damit zu tun Haus und Grundstück zu erhalten. Und die vielen Jahre harter Arbeit auf dem Bau haben auch gesundheitliche Spuren hinterlassen. „Alles war nur Handarbeit und wir haben so manches eingeatmet, was heute der Arbeitsschutz verbieten würde...“ weist er auf die Bedingungen im Bauwesen von einst hin.