MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Burkhard und Renate Leffler
„Gib niemals auf“
Lehrer für Deutsch und Geografie
Verkäuferin, Verkaufsstellenleiterin
99330 Gräfenroda
Im Jahr 1944 wurde Burkhard Leffler im thüringischen Ohrdruf geboren. Den Vater sah er erstmals, als dieser 1951 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrte. Der junge Burkhard hatte Freude an der Musik beim Geigenspiel, nahm als Leichtathlet an Bezirksmeisterschaften teil, entschied sich nach dem Abschluss der 10. Klasse für den pädagogischen Beruf. Am Institut für Lehrbildung in Weimar wurde er in drei Jahren (im ersten Jahr konnte er zudem das Abitur nachholen) zum Unterstufenlehrer befähigt. Seine erste Stelle trat er 1964 an der Oberschule von Gerbershausen im Eichsfeld an. Zwar widmete er sich vorrangig den ersten vier Klassenstufen, wurde aber auch im Fach Chemie bis zur Klassenstufe 10 eingesetzt. Nur lag Gerbershausen wie sein benachbarter Wohnort Bornhagen unmittelbar an der innerdeutschen Grenze. So musste er mit den Einschränkungen des DDR-Grenzregimes leben, war es schwierig, wenn ihn jemand von außerhalb besuchen wollte. Auch seinen anderthalbjährigen Pflichtdienst bei der Armee leistete er bei den dortigen Grenztruppen. 1973 hatte Burkhard Leffler in Erfurt sein Fernstudium für die Oberstufe in den Fächern Deutsch und Geografie abschließen können. 1974 konnte er wieder in seine Heimatregion am Thüringer Wald zurückkehren, wurde Lehrer an der Oberschule von Crawinkel. Viele Jahre brachte ihm seine pädagogische Tätigkeit Freude, schätzten die Schüler seinen Unterricht. Als das DDR-Schulsystem 1990 umgestaltet wurde, geriet es ihm zum Verhängnis, dass er sich einst als Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei (SED) engagiert hatte, zeitweilig auch Parteisekretär der Schule war. Bei der Evaluierung der Lehrerschaft erlebte er schwierige Situationen, doch seiner Weiterbeschäftigung stand letztendlich nichts im Wege. Nur begannen die schweren Tage, verstärkt durch Mobbing von Teilen der Schüler-, Eltern- und Kollegenschaft, seine Gesundheit zu beeinträchtigen. Seine Herzbeschwerden führten zu längeren Krankheitszeiten, an deren Ende 1993 die Erwerbsunfähigkeitsrente stand. Die geliebte Schule war zum Trauma für den einstigen Lehrer aus Leidenschaft geworden. In längst „goldener“ Ehe ist Burkhard Leffler mit Frau Renate verheiratet, die Verkäuferin gelernt hatte, sich zur Verkaufsstellenleiterin qualifizieren konnte, einst aus orthopädischen Gründen in Frührente ging. Die 1966, dem Jahr der Heirat, geborene Tochter Corinna starb bereits 1968, die Söhne Mario (1969), der im Polizeidienst Karriere machen sollte, und Enrico (1973), selbständiger Schornsteinfegermeister, bereicherten das Leben des Ehepaars ebenso wie die drei Enkelkinder. Im Ortsverband des Sozialverbandes VDK e. V. übernahmen beide ehrenamtliche Aufgaben bis hin zum Vorsitz.