MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Klaus-Jürgen und Hannelore Lehmann
„Gesundheit und froher Mut, das ist des Menschen höchstes Gut“ (Deutsches Sprichwort)
Mittelbreite 35
06849 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 8582416
Als eins von drei Geschwister 1944 geboren, musste Klaus-Jürgen Lehmann miterleben, wie der jüngere Bruder lange schwer erkrankt war und bereits mit nur 18 Jahren verstarb. Es blieb ihm noch seine Schwester. Zehn Jahre besuchte er die Schule, hätte gerne einen Beruf in der Chemieindustrie erlernt. Da das nicht möglich war, wurde er Lehrling im ABUS Dessau und erlangte in 2 ½ Jahren den Facharbeiterbrief als Maschinenschlosser. Für drei Jahre zum Wehrdienst einberufen diente er beim Wachregiment Berlin und kehrte dann in den ehemaligen Ausbildungsbetrieb zurück. In seinem Beruf war keine Stelle frei, umlernen wollte er nicht. Deshalb wechselte er 1966 in den VEB Chemiewerk Kapen und blieb hier bis zur Betriebsschließung nach der Wende im Jahr 1990. Als Zulieferungsbetrieb für die NVA war eine weitere Produktion dort nicht mehr nötig. 1969–1971 hatte Klaus-Jürgen die Meisterschule besucht, als Meister für allgemeinen Maschinenbau abgeschlossen, später an der TU Dresden die Qualifizierung zum Dipl.-Ing.-Ökonom durchlaufen. So qualifiziert und in der Abteilung Ökonomie eingesetzt, erlebte er als Leiter dieser Abteilung die politische Wende in der DDR und betreute die Abwicklung des Betriebes, bis er selbst arbeitslos wurde. Die Zeit der Bewerbungsschreiben begann, blieb erfolglos. Selbst die Bereitschaft mit Ortswechsel in den alten Bundesländern Arbeit zu finden, fruchtete nicht. Mit ABM-Maßnahmen und letztendlich HARZ IV „hielt er sich über Wasser“. Eine Dokumentation des MDR griff seine Situation auf, berichtete über ihn – einen neuen Arbeitsplatz verschaffte ihm das auch nicht. Es blieb bei ABM und einem halben Jahr Tätigkeit im Landesamt für offene Vermögensfragen in Potsdam die ihm sehr zusagte doch leider nicht verlängert wurde. 2004 ging er in die Rente. Mit Ehefrau Hannelore ist er seit 1968 verheiratet. Sohn Frank (geb. 1969, Lehrer für Geschichte und Geografie, Gerichtsvollzieher) und Tochter Angela (geb. 1973, Industriekauffrau Verkäuferin, eine Tochter) vervollständigten die Familie später. Nach der 10-klassigen Schulzeit ging die junge Hannelore auf Wunsch des Vaters ohne Lehrzeit sofort in die Berufstätigkeit. In der Registrierkassen-Reparatur, als Bürokraft, Dreherin, als Verkäuferin und Köchin war sie tätig, richtete ihre Betriebswahl nach den damit verbundenen Vermittlungen von Kindergarten- und Krippenplatz. Im Rahmen der Erwachsenenqualifizierung erwarb sie auch den Facharbeiterabschluss als Köchin. ½ Jahr nach Wende wurde auch sie entlassen, arbeitete in anderen Einrichtungen als Küchenkraft, verrichtete Boten- und Reinigungsdienste und wurde arbeitslos. Im Minijob besserte sie ihre Bezüge auf. Sie war in einer Bäckerei und im Betreuten Wohnen tätig und ist seit 2014 Rentnerin. Hund Fienchen vertreibt heute den Müßiggang. Die Zeit mit der Familie, insbesondere die gemeinsamen Kurzreisen, möchten die Eheleute nicht missen. Und: Gesundheit ist ihnen wichtig, denn die ist wirklicher Reichtum, betonen beide.