MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Günter und Kristina Lehmann
Zeit für Oldtimer
Hochspannungsmonteur, Schlosser
Konfektionärin, Erzieherin
Waldenburger Str. 30
09212 Limbach-Oberfrohna
Als Kristina Klemm kam sie 1944 in Oberfrohna zur Welt. Sie wuchs als Einzelkind auf, besuchte von 1950–1958 die dortige Gerhart-Hauptmann-Schule. Die Verbindung zu ihren ehemaligen Mitschülern riss nie ab, noch heute finden regelmäßig Klassentreffen statt. Im VEB Trikotagenwerk „Trineli“ wurde sie in zwei Jahren zur Konfektionärin für Untertrikotagen ausgebildet. Lange Berufsjahre verbrachte sie nun bei der damals noch privaten Schaarschmidt KG. Als 1967 Tochter Anke geboren wurde, wirkte sie für diese Firma in Heimarbeit. 1977 regte sie eine Freundin an, sich als Hortnerin an ihrer ehemaligen Schule zu bewerben. Sie fand schnell Freude an der Arbeit mit den Kindern, blieb an der Gerhart-Hauptmann-Schule bis zum Jahr 1992, als sie in den Ruhestand wechselte. 1980 erwarb sie dazu nach Weiterbildungen im damaligen Karl-Marx-Stadt noch einen Abschluss als Erzieherin.
1964 hatte sie Günter Lehmann geheiratet, der aus der Niederlausitz stammt, 1939 in Sorau (heute Polen) geboren wurde. Auch er war ein Einzelkind, der Vater fiel zudem im Krieg, später fand sich ein gutes Verhältnis mit dem Stiefvater. Über Thüringen führte die Flucht vor der nahenden Front 1945 nach Rußdorf (Stadtteil von Oberfrohna). Hier lebte die Familie bescheiden. Im Wald wurden Beeren und Brennmaterial gesammelt. Die ersten Schuljahre verbrachte er noch in Rußdorf, mit dem Umzug nach Limbach besuchte er die dortige Pestalozzischule, an der er 1954 mit der 8. Klasse abschloss. Drei Jahre dauerte seine Lehre zum Hochspannungsmonteur und Schlosser bei dem örtlichen Energieversorger. 1957 entschied er sich für den Dienst in der Armee, arbeitete danach bei der Aktion „Jugend aufs Land“ ein Jahr in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG). 1961ging er für VEM (Volkseigene Betriebe des Elektromaschinenbaus) auf Montage in der ganzen DDR. Dann folgten Jahre als Betriebselektriker in der heimischen Textilindustrie und (bis zu deren Auflösung 1991) Arbeit als Elektriker wieder in einer LPG. Nach einer letzten Station im Bereich Verkehrssicherheitstechnik für eine Löbauer Firma ging er in Rente. Doch noch fühlt sich Günter Lehmann nicht als Oldtimer, obwohl er alte Autos liebt. Einst hatte er historische Skier und Schneeschuhe gesammelt, war bei seinen Erkundungen auf rostige Fahrzeuge gestoßen, die er mit Freunden aufkaufte, aufbaute, Bastelei bei Tag und Nacht. Ein rund 100 Jahre alter Mercedes (einst das Kommandofahrzeug der Oberfrohnaer Feuerwehr) wurde zum größten Schatz. Aber auch die Fahrräder mit Hilfsmotoren des Magdebuger Armaturenwerks (MAW), in der DDR als „Hühnerschreck“ bekannt, fanden seine Aufmerksamkeit, zumal er gelegentlich auch Treffen mit anderen Interessenten organisierte und auch einstige Dreiradautos mit Freude unter seine Obhut nahm.