MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hannelore und Gerhard Leeke
Der Ausbildung und Lehre verpflichtet
Hannelore und Gerhard Leeke
Lehrmeisterin
Berufsschullehrer
06116 Halle
Hannelore und Gerhard Leeke sind für viele Menschen fest mit den Erinnerungen an deren Ausbildung verbunden. Hannelore ist quasi im Einzelhandel aufgewachsen. Ihre Mutter führte einen Kolonialwarenladen in Halle. Hannelore wurde am 01.04.1935 in der Wohnung über eben diesem Geschäft geboren und hat einen großen Teil ihrer Kindheit und Jugend dort verbracht. Leider überstand der kleine Laden die Währungsreform 1948 nicht. Dennoch verlor Hannelore den Handel nicht aus dem Blick – ab 1950 lernte sie Verkäuferin bei der HO. Schon in der Ausbildung wurden ihre sehr guten Vorkenntnisse und die Fähigkeit, anderen einen Sachverhalt verständlich zu erklären, erkannt. So kam es, dass sie bereits mit 17 Jahren, nach Ausbildung und einem vierwöchigen Pädagogikkurs, als Lehrausbilderin eingesetzt wurde. Auch den Lehrmeister absolvierte sie im Schnelldurchlauf und die HO förderte sie weiter. 1955 besuchte sie einen Ausbildungsleiterlehrgang in Karl-Marx-Stadt. Zum Lehrgang gehörte auch eine sozialistische Ausbildung – Schießen, Marschieren… Als sie sich während eines Geländemarsches Blasen gelaufen hatte, wurde sie von einem Motorradfahrer zur nächsten Haltestelle gefahren – es war ihr zukünftiger Mann Gerhard. Später lud er sie ins Kino ein, sie sahen „Lachen verboten“ mit Charlie Chaplin. Auch Gerhard war zu Ausbildungszwecken in Karl-.Marx-Stadt: Der gelernte Kfz-Schlosser qualifizierte sich zum Berufsschullehrer weiter. Er schloss 1956 ab, arbeitete dann für drei Jahre in Burg und hatte anschließend Glück, eine Stelle an der Berufsschule in Halle zu bekommen. Die beiden heirateten 1959, zwei Jahre später kam Sohn Matthias auf die Welt. Hannelore absolvierte als junge Mutti noch ein vierjähriges Fernstudium zur Ökonompädagogin, war schließlich als Ausbildungsleiterin für über 120 Lehrlinge verantwortlich. Bis 1975 wohnte die kleine Familie noch in Hannelores Elternhaus, dann zogen sie in ihren heutigen Wohnsitz, das Haus von ihrem Großvater gleich nebenan. 1990 ging Hannelore in den Vorruhestand, noch heute ist sie tief bewegt, wenn sie sich an ihre letzten Monate im Job erinnert: 20 Azubis musste sie mitteilen, dass sie ihre Ausbildung nicht wie geplant beginnen konnten, weil die Edeka nicht bereit war, so viele auszubilden. Gerhard arbeitete bis 1992. Die beiden sind stolz auf ihre Familie: den Sohn, die Enkeltochter, den Urenkel, Hannelores Schwester und die Nichte. Sie fühlen sich sehr wohl in „ihrem“ Halle, haben einen großen Freundeskreis. Seit 54 Jahren treffen sie sich regelmäßig in ihrer Skatrunde. Und vor allem sind sie glücklich, einander zu haben, und hoffen auf viele weitere schöne Tage miteinander und der Familie in Gesundheit und Harmonie.