MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Kerstin Lehmann
Braunes Gold für Garten und Gewächshaus
Inhaberin Kerstin Lehmann
Löbnitzer Str. 5 a
06193 Petersberg
Fon: 0345 / 2085676
Funk: 0177 / 5683703
Internet: www.braunesgold-hallesaale.de.tl
„Mach dein Hobby nicht zum Beruf, sonst hast Du irgendwann keine Zeit mehr für deine eigenen Pferde“, empfahlen die Eltern der 1983 geborenen Kerstin Schmidt, als sie die 10. Klasse abgeschlossen hatte und eigentlich Pferdewirtin werden wollte. Lehrstellen waren jedoch rar und die begonnene Ausbildung in einer Druckerei sagte dem jungen Mädchen nicht zu. Schließlich gelang es eine Lehre zur Bürokauffrau aufzunehmen. Doch der Lehrbetrieb – eine kleine Elektrofirma – kämpfte ums Überleben und für Kerstin Schmidt bedeutete das, Monate ohne Lohn, aber die Aufgabenerfüllung eines Facharbeiters mit Zusatzaufgaben. Der Vorteil: Eine abgeschlossene Ausbildung, Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit in der Arbeit, der Nachteil: Sofortige Arbeitslosigkeit nach der Lehre. Während ihrer Tätigkeit innerhalb des Projektes des Arbeitsamtes „Gegen die Abwanderung junger Landkinder“, erhielt sie für 1 ½ Jahre eine Anstellung im Europäischen Bildungswerk, musste am 31.12.2006 (nach Ende) entscheiden, wie es nun weitergehen sollte. Ihre zuvor versuchte Selbstständigkeit als AMWAY-Beraterin übte sie weiter nebenberuflich aus, doch auch eine Arbeit für das wirtschaftliche Auskommen musste gefunden werden. 2002 hatte sie sich ein eigenes Pferd gekauft, der Wechsel des Stalls und das Kennenlernen der Gaststätte „Reiterstübchen“ wurde zur neuen Chance. 2007 übernahm sie diese mit einem fünfjährigen Pachtvertrag, stellte einen Koch und eine behinderte Hilfskraft ein. Für ihre Angestellten erwirtschaftete das kleine Unternehmen den Lohn, für die saisonalen Gäste erbrachte es gute Leistung, doch die Bausubstanz des Hauses erwies sich als gefährdet und die junge Frau musste die Gaststätte aufgeben. Arbeitslos und mit geringfügiger Beschäftigung als Reitlehrer (Trainer C-Lizenz, Leistungssport) in einem großen Zuchtstall erlitt sie im September einen schweren, lebensgefährlichen Unfall. Nach der Genesung widmete sie sich der Pferdezucht. 2011 kamen ihre ersten Fohlen zur Welt. Mittlerweile hat sie acht eigene Pferde und bildet weitere, ihr anvertraute Pferde aus, die im eigenen Stall hinter ihrem Elternhaus stehen. Für ihre eigene Vervollkommnung hat sie indessen ihren großen Traum verwirklicht und eine 4-jährige Ausbildung bei Philippe Karl begonnen, die sie als Reitlehrer Ecole de Légèreté abschließen wird. Auch wenn Kerstin Lehmann die Liebe zu den Tieren, den Umgang mit ihnen und die Freizeit über den finanziellen Ertrag stellt, muss sich das kleine Unternehmen doch tragen, denn die Pferde und sie selbst brauchen Unterhalt. Sie hat den Weg dafür gefunden und macht, wie sie zwinkernd sagt „aus Scheiße Gold“. Konkret heißt das, sie verkauft die anfallenden Pferdeäpfel und Stallmist, was die 132 Gartenvereine in Halle freut und ihre Unternehmung am Leben erhält. Man könnte meinen, das Märchen vom Rumpelstilzchen ist wahr geworden, denn aus Stroh (und mehr) macht Kerstin Lehmann Gold – braunes Gold um genau zu sein. Opa Erwin Petrick hat ihr die Liebe zu Pferden vermittelt. Er wäre stolz, sähe er heute, wie sie diese lebt, vor allem auch mit ihrer persönlichen Einstellung zur Zucht und Ausbildung der Tiere: Liebevoll, konsequent, doch gewaltfrei und nicht dem Profitgedanken untergeordnet. Lebensgefährte Michael teil ihre Leidenschaft und sie mit ihm ihre Freizeit.