MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dipl.-Ökonom Aribert Lautenschläger
In verantwortlichen Positionen behauptet
07548 Gera
Leipzig war 1933 die Geburtsstadt von Aribert Lautenschläger, 1944 kam er nach Schleiz (Thüringen). Da waren die Eltern schon geschieden. Der junge Aribert schloss die Schule mit der 8. Klasse ab, nahm dann eine Lehre zum Buchbinder bei der traditionsreichen Schleizer Fabrik für Fotoalben auf. Früh engagierte er sich in den Aufbaujahren nach dem Krieg in gesellschaftlichen Organisationen, die in der sowjetischen Besatzungszone, dann bald in der DDR neue Hoffnung verkörpern sollten. Die Jugendorganisation „Freie Deutsche Jugend“ (FDJ) stand am Beginn dieses Weges. Nach dem erfolgreichen Lehrabschluss wurde Aribert Lautenschläger hauptamtlicher Mitarbeiter der FDJ-Kreisleitung, ließ sich dann überzeugen, in die bewaffneten Organe einzutreten. Er diente erst in Gera, besuchte dann die Offiziersschule in Erfurt und war zuletzt beim Wehrkreiskommando Leipzig eingesetzt. Nach dem Ende seiner Dienstzeit blieb er in Leipzig, fand Positionen bei einem Großhandelsbetrieb und im Bereich Buchhandel, absolvierte daneben ein Fernstudium der Ökonomie. Als Leiter einer Projektabteilung wechselte er nach Studienabschluss zum Kombinat TAKRAF (Tagebau-Ausrüstungen, Krane und Förderanlagen), später zum Kombinat Polygraph (Druck- und Buchbindereimaschinen). Seit 1981 wurde Gera zum Wohn- und Arbeitssitz. Er arbeitete kurz für einen Betrieb im Bereich Elektronik, wechselte dann an das Institut für Organisation des Gesundheitswesens, wurde dann zur Fachabteilung Gesundheitswesen beim Rat des Bezirkes Gera delegiert, bis ihm die Leitung der Vereinigten Feierabend- und Pflegeheime Gera anvertraut wurde. Diese umfassten bei zentraler Verwaltung fünf Senioreneinrichtungen. An der Verbesserung der Bedingungen des Lebens und Arbeitens in den Heimen zu wirken, war eine schwierige Aufgabe in Zeiten sozialistischer Planwirtschaft. Aribert Lautenschläger hatte sich über all die Jahre als Mitglied und in Funktionen der Sozialistischen Einheitspartei (SED), des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) und der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF) engagiert. Mit dem Aus für die DDR 1990 fehlte die Anerkennung und Würdigung seiner Leistungen, als zu staatsnah angesehen, kam die Entlassung aus seiner Leitungsaufgabe. Eine Weiterbildungsmaßnahme führte nicht zu neuen beruflichen Perspektiven. So entschied er sich für den Vorruhestand.
Aus seiner ersten Ehe (Heirat 1956) stammen die sechs Töchter, die nach der Scheidung (1971) seiner Obhut anvertraut wurden. Inzwischen sind vier Enkelkinder zur Familie hinzugekommen. Seine zweite Frau Gerda (Heirat 1971) ist im Jahr 2010 verstorben. Mit einer Lebensgefährtin lebt er die Freuden und gelegentlichen Schwierigkeiten fortgeschrittener Lebensjahre.