MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Rosemarie und Heike Laqua

Aufstehn und weitermachen - Garten ist Fitnessstudio

Rosemarie und Heike Laqua

16356 Ahrensfelde / OT Blumberg

„Wir sind immer zu schnell für die anderen.“ Rosemarie und Heike Laqua sind sich darin einig. Sie warten nicht erst drei Jahre, wenn sie etwas planen, sie sind entschlusskräftig und handeln. Beide sind seit 2011 - nach ihrem Gang zum Standesamt - offiziell ein Paar, laut Urkunde „verpartnert“, die Frauen kennen sich aber schon deutlich länger. Sie wollen noch viel gemeinsame Zeit miteinander verbringen und zusammen alt werden. Die Frauen wohnen in Ahrensfelde im Ortsteil Blumberg und fühlen sich auf dem Lande in Brandenburg sehr wohl. Dabei wollten Rosemarie und Heike Laqua ursprünglich nie weg aus Berlin, wenn sie zurückblicken. 1954 in Holzsusra bei Sondershausen in Thüringen geboren, ist Rosemarie Laqua von 1960-1968 dort zur Polytechnischen Oberschule (POS) gegangen und hat danach zwei Jahre die Erweiterte Oberschule (EOS) besucht. Seit sie ein Kind war, wollte sie Lehrerin werden, aber die Stimme hat ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei den Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten in Weimar (NFG), im Volksmund „VEB Goethe“ genannt, absolvierte Rosemarie eine zweijährige Lehre zum Bibliotheksfacharbeiter, dem ersten übrigens, den es damals dort gab. Sie heiratete nach ihrer Ausbildung 1974 ihren Verlobten Jürgen und begann ein vier Jahre dauerndes Fernstudium zur Bibliothekarin. Im zweiten und im vierten Studienjahr kamen ihre beiden Söhne Stefan (1975) und Martin (1977) zur Welt. Rosemarie hatte sich von ihrem Betrieb, dem Mähdrescherwerk Weimar und seiner Gewerkschaftsbibliothek, nach ihrer Zeit beim „VEB Goethe“, zum Fachschulstudium delegieren lassen. Im September 1979 kam sie nach Berlin und arbeitete bis kurz vor der Wende in der Bibliothek der Bruno-Leuschner-Hochschule für Ökonomie in Karlshorst. Nach zehn Jahren war 1984 ihre erste Ehe in die Brüche gegangen. 1986 heiratete Rosemarie ein zweites Mal - mit Frank Laqua war sie ebenfalls zehn Jahre per Trauschein zusammen. Bevor sie drei Monate lang arbeitslos wurde, hatte sie 1989 ans Institut für Arbeitsmedizin gewechselt. Mehrfach versuchte sich Rosemarie Laqua im Versicherungsgeschäft und sammelte zunächst böse Erfahrungen, bis sie endlich die richtigen Leute traf. Sie machte noch einen Fachschulabschluss in der neuen Branche, arbeitete dort von 1993-2011 (Ruhestand) und bildete Makler aus und auch weiter. Im Laufe ihres wechselvollen Berufslebens änderten sich nicht nur die Strukturen, auch die Vorgesetzten und der Leistungsdruck stieg enorm. Heute ist Rosemarie Laqua stolz, dass sie es immer wieder geschafft hat, durch Höhen und Tiefen zu gehen. „Niemals aufgeben, nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern wieder aufstehn und weitermachen.“ Das ist ihr Lebensmotto, das sie mit ihrer Partnerin Heike umsetzt. 16 Jahre sind sie jetzt zusammen und seit 2011 eine offizielle Lebensgemeinschaft. Heike Laqua, geboren 1967 in Berlin, ist ausgebildete Physiotherapeutin, medizinische Bademeisterin und Masseurin. Durch ihren Leistungssport (bis 1990) musste sie krankheitsbedingt lange pausieren und etliche Hürden überwinden, bis sie stundenweise ins Berufsleben zurückkehren konnte. Sie ist eine Kämpferseele und erklärt „Glück ist, was ich jetzt habe“. Dazu zählt auch ein Garten, den Rosemarie und Heike Laqua gemeinsam bestellen. Sie bauen ihr Obst und Gemüse selbst an, weil es einfach besser schmeckt und sehen ihre Scholle als ihr ganz persönliches Fitnessstudio an. Sie wollen auch in Zukunft gemeinsam glücklich durch die Welt gehen.
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