MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Joachim Lau
Mit dem BMW zur Automesse
Teichstr. 2
06780 Zörbig OT Cösitz
Fon: 034978 / 21330
Gerne hätte der 1937 geborene Joachim Lau die Oberschule besucht. Doch die Zahlen der Zulassungen waren begrenzt und bei der Auswahl war zudem entscheidend, aus einer Arbeiterfamilie zu kommen. So endete der Schulbesuch 1951 mit dem Abschluss der 8. Klasse. Rundfunkmechaniker wollte er nun werden, aber auch hier waren Grenzen gesetzt. Sein Vater bemühte sich nach Kräften eine solche Lehrstelle für ihn aufzutun, fuhr die ganze Umgebung auf der Suche danach ab – ergebnislos. Schließlich gelang es ihm in Bitterfeld eine Lehre als Elektroinstallateur zu finden, die Joachim Lau dann drei Jahre lang absolvierte. Anschließend mit einem Junggesellengehalt von 240 Mark beschäftigt, musste er sich einen anderen Betrieb suchen um seinen Lebensunterhalt besser bestreiten zu können. Im Volkseigenem Elektromaschinenbau Leipzig wurde er acht Jahre lang auf verschiedenen Baustellen aktiv, erweiterte hierbei seine Fachkenntnisse. Doch Montageeinsätze waren für ihn nicht mehr attraktiv, als er seine Frau Irmgard (Produktionsabrechnerin, verstorben 2012) kennenlernte. 1958 wurde geheiratet, Tochter Marion (Krankenschwester) im gleichen Jahr geboren. Es war für Joachim Lau wichtig bei seiner kleinen Familie zu sein, deshalb nahm er die Arbeit bei der Energieversorgung Dessau auf. Mit mehreren Qualifikationen – Schaltberechtigungsprüfungen – und dem geplanten Einsatz im Bereitschaftsdienst, war er für den Betrieb unentbehrlich. Doch die Einsatzpläne scheiterten, denn weder konnte ihm Wohnraum vermittelt, noch das benötigte Telefon zur Verfügung gestellt werden. Joachim Lau reagierte deshalb 1961 auf das Stellenangebot des Kraftwerks Großkayna bei Merseburg, das mit einer Neubauwohnung gekoppelt war. Als Schichtelektriker fing er an, wurde Schaltelektriker, Oberschaltelektriker und nach mit dem Besuch der Meisterschule Schaltmeister. Nachdem das Kraftwerk stillgelegt werden sollte, die Arbeitskräfte in ein Heizkraftwerk nach Halle umgesetzt werden sollten, bewarb sich Joachim Lau 1968 – dem Geburtsjahr seines Sohnes Steffen (IT-Techniker) – beim Verbundnetz Dessau. Als Dienststellenleiter eines größeren Umspannwerkes blieb er bis zu seinem Eintritt in den Vorruhestand 1994 tätig. Die Übernahme und der Umbau des elterlichen Hauses sorgten in Folge für ausreichend Beschäftigung. Heute alleine, ist er froh gesund zu sein und Auto und Fahrerlaubnis zu haben. Die örtliche Idylle hat nämlich einen Nachteil: Fehlende Infrastruktur zwingt zur entsprechenden Erschließung der Umgebung und damit zur Notwendigkeit mobil zu bleiben. Autos waren und sind sein Steckenpferd, Besuche von Automessen, Einladungen zu Neuerscheinungen willkommene Abwechslung.