MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Michael Ledig
Man muss schätzen, was man hat
Ingenieur i. R.
73770 Denkendorf
Wenn Michael Ledig auf sein Leben blickt, dann gibt es viele Geschichten, die er erzählen könnte. Angefangen von seinen Eltern, die zwei Weltkriege erlebten und überlebten. Sein eigenes Leben, das grade in den ersten Jahrzehnten turbulent verlief. Geboren wurde Michael Ledig am 12. Dezember 1922 in Mezöberény in Ungarn. Und zunächst sah es so aus, als würde er als Landwirt seinen Lebensunterhalt verdienen. Doch mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges und der Vertreibung musste Michael Ledig zusammen mit seiner Familie die alte Heimat verlassen und wurde 1942 in den Kriegsdienst eingezogen. Eine Verwundung in Russland ließ ihn vergleichsweise glimpflich aus den Kriegswirren hervor kommen. In den folgenden Jahren verdingte sich Michael Ledig als Hilfsarbeiter in Esslingen, absolvierte dann eine 2-jährige Lehre zum Feinmechaniker. Nach drei arbeitsreichen Jahren nahm er die nächsten Ziele in Angriff: die Aufnahmeprüfung der Ingenieurschule Esslingen und zweieinhalb Jahre Studium. Das starke Interesse für Technik, das sich bereits während seiner Jahre in der Landwirtschaft im Bezug auf Landmaschinen gezeigt hatte, kam Michael Ledig jetzt zugute. So gelangte der frischgebackene Ingenieur zu IBM. Neu- und Weiterentwicklung, Konstruktionen und Betriebsmittelkonstruktion bestimmten die nächsten 25 Jahre bei IBM, bis Michael Ledig 1981 seine Frühpensionierung erhielt. Dennoch wird es ihm nie langweilig. Er beschäftigt sich immer noch gerne mit Computern, werkelt in Haus und Garten, hält sich körperlich und geistig fit mit Radfahren, kleinen Spaziergängen und seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Jahrelang ist Michael Ledig nun schon Mitglied im VDK, war sogar 14 Jahre als Schriftführer und 8 Jahre als stellvertretender Vorsitzender tätig. Im Behindertensportverein ist er ebenso engagiert wie im Ahnenforschungsverein „Arbeitskreis Donau-Schwäbischer Familienforscher“. Diese Tradition hält Michael Ledig für besonders bedeutsam. Man sollte wissen, wo die Wurzeln sind. Mit seinem persönlichen Hintergrund kann Michael Ledig dazu einiges berichten. Zudem ist es ihm wichtig, wenn Menschen verlässlich sind und ihr Wort halten. Zwar kann man im Leben gewisse Dinge nicht ändern, aber man kann sich darauf einstellen, findet er und schließt mit den weisen Worten: „Solange man lebt, sollte man sich selbst helfen können. Wenn das Ende kommt, dann so schnell wie möglich.“