MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Klaus-Peter Lange

Der Freund der Burgen

Klaus-Peter Lange

Lehrer
Historiker

07751 Jena OT Lützeroda

Den Doktorhut hat er nie bekommen, dabei schien dieses Ziel zum Greifen nah. Es war die Zeit der Wende, als der Lehrer und Historiker Klaus Peter Lange aus Jena kurz vor seiner Promotion stand. Statt dessen durfte er - wie schon zuvor seine beiden Doktor-Väter - seinen Hut nehmen und als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für mittelalterliche Geschichte an der Universität Jena in die Arbeitslosigkeit gehen. Das war 1993, erinnert sich der Experte. 1995 erlitt er den nächsten Schicksalsschlag: Ehefrau Heidi (Unterstufenlehrerin), mit der Klaus Peter Lange seit 1966 verheiratet war, starb an Krebs. Die Kinder (Uta, geboren 1969, Iro, geboren 1977) verloren früh ihre Mutter. Die Burgen Thüringens sind Klaus Peter Langes Spezialstrecke. Damit und auch mit der Thematik „Herrensitze an der Ilm“ hat sich der Historiker als Publizist verdient gemacht. 1940 im thüringischen Bad Klosterlausnitz geboren, ist er in Frankenthal bei Gera eingeschult worden und bis zur 4. Klasse geblieben. Aufgewachsen als Kriegskind mit einer gehörlosen Mutter (durch einen Sturz vom Fahrrad), ohne Vater (im Krieg geblieben), hat Klaus Peter Lange schwere Zeiten erlebt. Vor allem den Hunger lernte er früh kennen. Bis zur achten Klasse lernte er in Gera. Obwohl er eine schnelle Auffassungsgabe hatte, verspürte der Junge keinen Bock auf eine längere Schulzeit. Statt das Abitur zu machen, wollte er nach der achten Klasse eine Lehre zum Rundfunkmechaniker beginnen. Diese Stelle war aber schon besetzt, also fing er bei der Post an, um Postbetriebsfacharbeiter zu werden. Offiziere der Deutschen Grenzpolizei boten mehr Geld, das hatte ihn gelockt und Klaus Peter Lange ging drei Jahre in die Grenzbereitschaft nach Nordhausen in den Harz mit der Möglichkeit der Ausübung des Straßenradsports. Wettkampfmäßig kam er in der DDR ganz schön herum und sah bei einem Rennen sogar einmal das Hinterrad von Täve Schur. Nach seiner Armeezeit kehrte der Thüringer nach Gera zur Post zurück. Von dort aus ließ er sich vom Betrieb an die Arbeiter- und Bauern-Fakultät (ABF) delegieren. In Jena und dann in Halle drückte Klaus Peter Lange die Schulbank und machte seine Abschlüsse, um danach als Lehrer Sport und Geschichte unterrichten zu können. Er lehrte diese Schulfächer 19 Jahre (1968-1987) in Großschwabhausen bei Weimar, bis er zur Uni nach Jena wechselte. Den Kontakt dorthin hatte der Pädagoge über Jahre nie verloren. Nachdem er als wissenschaftlicher Mitarbeiter 1993 an der Universität entlassen wurde, bekam er in seiner Gemeinde Lützeroda, wo er heute noch wohnt, über den zweiten Arbeitsmarkt eine Stelle (ABM) beim dortigen Ortsbürgermeister angeboten. Er durfte recherchieren, historische Akten bewegen, was ganz seinem Geschmack entsprach. Es folgten abwechselnd Zeiten der Arbeitslosigkeit und ABM-Stellen. Bis zum Eintritt in die Rente im Jahr 2000 bot sich nichts Festes für den Historiker, aber fachlich arbeitete er weiter – publizierte für Zeitungen und Zeitschriften. Heute genießt Klaus Peter Lange sein Leben – wieder in einer Partnerschaft – neben Haus und Garten mit Reisen zwischen Sizilien und Island. Gesundheit, Liebe und Geborgenheit sind für ihn Glück und er, mittlerweile Opa von drei Enkelkindern, ist vor allem stolz auf seinen Sohn. „Dass er es geschafft hat, Förster zu werden, ist seiner Hartnäckigkeit zu verdanken“, sagt Klaus Peter Lange. Er selbst sieht sich als belesener und auch musikinteressierter Mensch. Neben Chopin, Beethoven und Mozart liebt der Thüringer portugiesischen Fado und schwärmt von melancholischen Sehnsuchtsgesängen der Fadokönigin Amalia Rodrigues. Mahatma Gandhi, Mutter Teresa und Albert Schweitzer betrachtet er als Vorbilder. „Weil sie sich für soziale Gerechtigkeit eingesetzt haben“, erklärt Klaus Peter Lange. Seine Maxime nach Bonhoeffer: „Entscheidend für ein sinnerfülltes Leben ist nicht die Menge der materiellen Güter, sondern die Wahrheit, das dort der Reichtum des Lebens gegeben, wo Liebe ist.“
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