MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Jürgen Lange
Das Leben und die Arbeit organisieren
Bienenweg 11
06132 Halle / Saale
Fon: 0345 / 7759246
Jürgen Lange ist ein Mensch, der trotz vieler Wendungen seiner Überzeugung stets treu geblieben ist. Nach dem Abschluss der Schule absolviert er eine Lehre als Bergknappe, für den Wunschberuf eines Schriftsetzers gibt es keine Stellen. Nach der Lehre delegiert ihn sein Betrieb zu einem dreijährigen Studium nach Senftenberg, das er 1956 als Ingenieur für Bergbautechnik/Tiefbau abschließt. Anschließend ist Jürgen Lange Assistent im VEB Kombinat Gölzau und organisiert als Schichtsteiger die Ausbildung der neuen Bergknappen, gleichzeitig wird er Berufsschullehrer. Ebenfalls im Jahr 1956 heiratet Jürgen Lange seine Frau Rose-Maria, die 2013 verstirbt. Die 1958 geborene Tochter Claudia arbeitet als Lehrerin in Merseburg, ihre Schwester Michaela kommt 1963 auf die Welt und ist beruflich bis zu ihrer Invalidisierung als Sekretärin tätig. Heute kümmert sich die ganze Familie aufopferungsvoll um den Vater. Jürgen Lange kann sich außerdem über sechs Enkelkinder und neun Urenkel freuen.
Ende der fünfziger Jahre strebt man in der DDR eine Erhöhung der Sicherheit in den Tagebauen an. Jürgen Lange, ein überzeugtes Mitglied der SED, erhält von seiner Partei den Auftrag, am Aufbau der neuen Strukturen mitzuwirken. Dazu drückt er erneut die Schulbank, absolviert Fernstudien und Lehrgänge. Er wird Leiter der geologisch-hydrologischen Gruppe des Braunkohlewerkes Ammendorf. Später ist er Leiter der „Abteilung Wissenschaftsorganisation“. Jürgen Lange ist bis heute sehr stolz darauf, dass er es stets geschafft hat, seine Kumpel immer wieder lebend nach Hause zu bringen.
Neben der sehr anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit engagiert sich Jürgen Lange bis 2014 als Vorsitzender der Siedlergemeinschaft. Zurzeit schreibt er die Chronik seines Heimatortes, was derzeit seine Lieblingsbeschäftigung ist. Außerdem ist er 30 Jahre lang Mitglied der Kampfgruppe. Er blickt mit Stolz auf sein jahrzehntelanges Engagement für andere Menschen, für seinen Betrieb und für seine Heimatstadt. In der DDR wird er sehr oft geehrt und ausgezeichnet. Im Jahr 2014 gibt er alters- und gesundheitsbedingt alle seine Ämter und Funktionen auf, ist aber nach wie vor am politischen Geschehen sehr interessiert.
Jürgen Lange verbiegt sich auch nach 1990 nicht, als so mancher schnell seine Anschauungen wechselt, um sich den neuen Herren anzudienen. Er engagiert sich für die PDS, die in seinem Kreis bei Wahlen sehr gut abschneidet, in der Wohnparteiorganisation hat seine Stimme bis 2014 ein großes Gewicht. Gern trifft er sich mit Skatfreunden und Mitstreitern aus dem Heimatverein. Für die Zukunft wünscht er sich vor allem die Erhaltung des Friedens und dass es vor allem den ärmeren Schichten wieder besser geht.