MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Manfred und Lotti Langguth

Das Leben als ein Geschenk sehen und nutzen

Manfred und Lotti Langguth

Lehrer, Schulinspektor, Direktor EOS
Unterstufenlehrerin

Am Wald 9                
09669 Frankenberg

Manfred und Lotti Langguth lernen sich vor über sechs Jahrzehnten an der Oberschule in Hainichen kennen. Manfred Langguth kommt 1930 in Rötha bei Leipzig zur Welt. Der Vater ist Ingenieur, die Mutter Arbeiterin in einer Marmeladenfabrik, sie verlieren in der Weltwirtschaftskrise ihren Job, der Vater findet nach 1935 eine Anstellung in Berlin. Manfred Langguth wird in der Schule massiv mit der Naziideologie konfrontiert und bekennt heute freimütig, dass er erst mit 20 Jahren eine neue Orientierung gefunden hat. Nach den Judenpogromen am 9. November 1938 mahnt ihn der Vater eindringlich, das Gesehene nie zu vergessen. Vom KLV-Lager und aus dem damaligen Wartheland zurückgekehrt, erlebt Manfred Langguth von Rabenstein aus den verheerenden Luftangriff auf Chemnitz. Sehr spät erfährt er auch, dass seine Eltern in Berlin am 27.02.1945 ausgebombt worden sind. Ab 1945 absolviert er eine Elektrikerlehre. Als 1949 Neulehrer gesucht werden, geht er an das Institut für Lehrerbildung in Leipzig, wo er sehr gute Dozenten kennenlernt. Neben der Ausbildung zum Biologie- und Chemielehrer erwirbt er noch die Befähigung, Geschichte zu unterrichten. Ab 1950 absolviert Manfred Langguth die weitere Ausbildung im Fernstudium, da bereits jetzt dringend Lehrer gebraucht werden. Er selbst wird an die Fichte-Schule nach Mittweida vermittelt, wo er vor einer Klasse mit 42 Mädchen Deutsch, Geschichte und Mathematik unterrichtet. Er findet zu seinen Schülerinnen sofort einen guten Draht. Manfred Langguth ist beruflich sehr erfolgreich, arbeitet sechs Jahre als Pädagogischer Direktor und ist elf Jahre Schulinspektor. Er schließt 1970 ein vierjähriges Fernstudium an der Pädagogischen Hochschule ab und erlangt die Befähigung zum Unterricht in der Abiturstufe. Von 1970 bis 1990 ist er Direktor der EOS in Frankenberg, wo er sich sehr wohlfühlt. „Es war eine schöne Zeit mit vielen erfreulichen Erlebnissen“, erinnert er sich. Als Deutschlehrer vermittelt er besonders gern das Erbe der klassischen deutschen Literatur und deren Quellen. Lotti Langguth wird am 5. Januar 1931 in Langenstriegnitz geboren, Als junges Mädchen muss sie den verheerenden Luftangriff vom 13. und 14. Februar 1945 auf Dresden miterleben. Nach langem Suchen findet sie die Mutter wieder und leistet anschließend das so genannte „Landjahr“ ab. Später lernt sie Schreibmaschine schreiben und besucht Kurse in Stenografie und amerikanischer Buchführung. Nach dem Lehrerstudium unterrichtet sie vorwiegend an der Hilfsschule für lernbehinderte Kinder in Hainichen. Die Langguths heiraten 1954, drei Jahre später wird die erste Tochter geboren, diese unterrichtet heute Englisch an einem Gymnasium. Die zweite Tochter Sabine kommt 1964 zur Welt, studiert Pharmanzie und führt später eine eigene Apotheke mit zwölf Angestellten in Nordrhein-Westfalen. Die drei Enkelkinder der Langguths sind ebenfalls sehr erfolgreich. Lotti und Manfred Langguth blicken mit Stolz auf ein Leben zurück, in dem sie sich oft gegenseitig ergänzt haben. Die Langguths sind in den neunziger Jahren sehr viel gereist und ärgern sich über den Umgang mit Flüchtlingen, in dem sie keine Konzeption erkennen. Sie wünschen allen Menschen eine friedliche und glückliche Welt.
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