MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Johannes Landgraf
Ein Herz für den Sport
Dreher, Diplom-Sportlehrer, Diplomlehrer Mathematik, Präsident des FSV Union Geithain
Louis-Petermann-Str. 15 d
04643 Geithain
Fon: 034341 / 41063
Johannes Landgraf wurde am 28.12.1935 in Syhra, einem Ortsteil der Stadt Geithain im Landkreis Leipzig, geboren und hat eine jüngere Schwester (*1952). Von 1942–1950 besuchte er die Schule. „Das Ende des Krieges habe ich in Dessau-Rosslau erlebt. Hier wohnten wir damals in einem Mietshaus, weil mein Vater vor seiner Gefangenschaft als Schlosser in den Junkers Flugzeug- und Motorenwerken arbeitete“, erzählt Johannes Landgraf, der noch immer prägende Erinnerungen an diese schweren Zeiten hat. „Nachdem mein Vater aus dem Krieg heimgekehrt war, zogen wir wieder nach Syhra zurück und haben von vorn angefangen“, berichtet er weiter. Vor allem der Sport gewann nun mehr und mehr an Bedeutung in seinem Leben. Damals war er unter anderem als Leichtathlet aktiv und erfolgreich. Aber auch in der Landwirtschaft musste er früh mit anpacken, da sein Großvater Land besaß und Hilfe benötigte. Im Anschluss an die Schulausbildung absolvierte Johannes Landgraf eine knapp zweijährige Lehre zum Dreher im VEB MEWA, dem Geithainer Emaillierwerk. „Die Prüfung legten ich in der Espenhainer Hauptwerkstatt ab, wo ich dann auch ein Jahr im Dreischichtsystem arbeitete“, sagt er. 1958 heiratete Johannes Landgraf seine Frau Marianne, die als Schweißerin im Emaillierwerk tätig war. Mit Uwe (*1963; Klempner) hat das Paar einen Sohn und mittlerweile einen Enkel sowie eine Urenkelin. Nach dem ersten Berufsjahr machte Johannes Landgraf sein Abitur an der DHFK Leipzig, studierte vier Jahre Sport und schloss als Diplom-Sportlehrer ab. Fortan unterrichtete er als Kreissportlehrer in Geithain. „Hier war ich von 1960–1967 verantwortlich für alle ehrenamtlichen Sportgemeinschaften, habe Übungsleiter ausgebildet und Weiterbildungen geleitet“, erzählt er. Anschließend bewarb er sich an der POS Geithain als Sportlehrer und übernahm parallel dazu das Fach Werken. „Da allerdings Mathematik meine große Leidenschaft war, habe ich an der Universität in Halle noch ein vierjähriges Fernstudium als Diplom-Lehrer mit Lehrbefähigung bis zur 12. Klasse angehängt. Nachfolgend war ich dann bis zur Wende an einer Geithainer Schule für die Fächer Sport und Mathematik zuständig“, schildert Johannes Landgraf seinen weiteren beruflichen Werdegang. 1990 wurde er pensioniert. „Ich hatte nie Langeweile, da ich bereits seit 1979 als Präsident des Sportvereins FSV Union Geithain e.V. eine Aufgabe habe, die mich bis heute erfüllt. Zudem gab es auch in unserem Garten immer eine Menge zu tun“, berichtet der Sportler aus Leidenschaft. 2007 verstarb seine Frau Marianne und hinterließ eine große Lücke. „Wir haben eine sehr harmonische Ehe geführt“, resümiert Johannes Landgraf und wünscht sich für die Zukunft vor allem Gesundheit und Wohlergehen für die Familie, welche neben dem Sport immer das wichtigste in seinem Leben war.