MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dieter und Christa Lange
Metaller mit Leib und Seele
Hauptmechaniker
Industriekauffrau
Kleingartenweg 21
09212 Limbach-Oberfrohna
Einst erbaute sein Großvater das Haus, das bis heute für Dieter Lange Heimat ist. 1936 wurde er in Limbach geboren, wuchs als Einzelkind viel bei der Großmutter auf, als der Vater sich in der Textilindustrie selbständig machte, was auch die Mutter sehr in Anspruch nahm. Von 1942–1953 besuchte der junge Dieter die örtliche Goethe-Oberschule, war in seiner Jugend als Leichtathlet sportlich aktiv. In der ehemaligen Fa. Ernst Saupe Wirkmaschinenfabrik, dann VEB Wirkmaschinenbau absolvierte er eine zweijährige Lehre als Werkzeugmacher. Dieser Betrieb sollte sein ganzes Berufsleben bestimmen, mit ehemaligen Kollegen trifft er sich gern heute noch. Vom Bereich Werkzeugbau wechselte er erst in die Teilmontage, dann in die Technologie. Im Abendstudium qualifizierte er sich im damaligen Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) in Maschinenbautechnik. Sein ehemaliger Lehrmeister selbst war es, der Dieter Lange vorschlug, als es darum ging einen Nachfolger als Hauptmechaniker zu finden. Damit erfüllte sich für den Metaller aus Leidenschaft ein Traum. Für wenige Monate wurde er zur Einarbeitung als Volontär zum VEB Wirkmaschinenbau Karl-Marx-Stadt delegiert, ehe er selbst die Funktion übernahm. Als Hauptmechaniker wirkte er bis 1992, auch nach der wenig geliebten Fusion der Firma mit dem Spezialnähmaschinenbau zum VEB Textilmaschinenbau Limbach-Oberfrohna. Als er 1992 mit Altersübergangsregelung in den Ruhestand ging, musste er nicht mehr direkt miterleben, wie zwei Jahre später das Aus für den Betrieb kam. In Erinnerung blieben ihm nicht nur beruflich erfüllte Jahre und wunderbare Kollegen, sondern auch die Zeit, als sie das Ferienobjekt des Betriebes in Sellin auf der Insel Rügen ausbauen, betreuen und später mit Familie nutzen konnten.
Mit zwei Geschwistern wuchs seine spätere Frau auf. Sie war als Christa Schneider 1937 in Chemnitz zur Welt gekommen. Zu ihrer Kindheit gehörten die Bombardierungen während des Krieges, die Nächte im Luftschutzbunker. Die junge Christa besuchte dieselbe Schule wie ihr späterer Mann (Heirat 1959), machte eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Firma Handschuh- und Wäschefabrik Hermann Dittrich in Oberfrohna, wirkte ein Leben lang als Buchhalterin in der heimischen Textilindustrie. Von der Fa. Dittrich ging es zum VEB Rhombus, später zum VEB Trikotex. Als 1968 die Tochter Pia geboren wurde, übernahm sie zeitweilig Heimarbeit als Montiererin. Das Ehepaar freut sich längst über das erste Enkelkind. Dieter Langes Liebe galt neben der Familie den Motorrädern. Im Ruhestand konnte er dafür mehr Zeit investieren, restaurierte seine Oldtimer weitestgehend selbst, freute sich auf die Ausfahrten mit seinen Maschinen, mehrere Alpentouren waren Höhepunkte, die Fahrten auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal große Freude.