MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Peter Lailach

„Kopf zwischen die Schultern und durch!“

Peter Lailach

Am Hanfgarten 41
06847 Dessau-Mosigkau
Fon: 0340 / 510352

Der 1939 geborene Peter Lailach hatte vier große Ziele für sein Leben: Er wollte zur See fahren, ein Haus, ein Auto und eine Familie haben. Alles konnte er realisieren. Nach der 8. Klasse hatte er den Beruf eines Motorenschlossers im RAW (Reichsbahnausbesserungswerk) Dessau gelernt. Junge 14 Jahre war er als er die Schule beendet hatte, junge 17 als er im Schichtbetrieb als Geselle die Arbeit aufnahm. Es war eine andere Zeit damals, als die Kinder ohne Vater aufwachsen mussten, nie erfuhren, wo er im Krieg verschollen war. Als die Mütter es schwer hatten alleine den Unterhalt der Familie zu sichern und Flüchtlinge ohne jedes Hab und Gut einen neuen Anfang suchten. Mit 18 Jahren meldete sich Peter Lailach zur Bereitschaftspolizei Halle, absolvierte eine Unteroffizierslaufbahn. Zurück im RAW fand er keine Freude mehr am Beruf und nahm gerne das Angebot an, zur Volkspolizei zu wechseln. Zwei Jahre lang lief alles planmäßig, doch dann „eckte er an“, wie er es formuliert und erhielt nicht nur die Entlassung, sondern auch den Hinweis, es künftig schwer zu haben wieder in einem Betrieb Fuß zu fassen. Für ihn keine wirkliche Herausforderung. Er kümmerte sich und fand dann wieder Zuzug nach Dessau durch zweite Heirat. Auch diese Ehe hielt nicht und mit den Frauen gingen auch die gemeinsamen Kinder ihrer Wege. Spätes Glück fand Peter Lailach dann doch noch, lebt seit 1972 mit seiner Partnerin Angelika Bahn zusammen, der er die gemeinsame Tochter Gabriele und einen Enkelsohn verdankt. Als Kraftfahrer verdiente er sein Geld, verfolgte aber nach wie vor sein Ziel zur See fahren zu können. Mittlerweile Mitglied der Werkleitung, bewarb er sich gegen den Willen seiner Vorgesetzten in Rostock, erhielt eine Zusage und lief bereits wenige Tage später mit einem Schiff aus dem Hafen Rostock aus. Zehn Jahre Seefahrt wurden aus diesem schnellen Entschluss. Diese Zeit hat ihn als Matrose, Vollmatrose und Bestmann sehr geformt, erzählt er heute. Er lernte auf engstem Raum mit wenig auszukommen, Toleranz im Umgang mit den täglich gleichen Menschen, arbeiten nach Notwendigkeit statt Arbeitszeit und Unterordnung. Zurück an Land, arbeitete er im ZAB (Zementanlagenbau) in der Be- und Entladung, später als stellvertretender Lagerleiter. Da es in der DDR so lief, dass Beziehungen das Leben erleichterten, war diese Stelle ein Glücksfall für den Zeitpunkt des Hauskaufes 1978, der mit großen Eigenleistungen verbunden war. „Eine Hand wäscht die andere“ war ungeschriebenes Gesetz und Handwerker, denen er mit Material helfen konnte, halfen ihm mit Fachwissen. Zusätzlich war die kollegiale Hilfsbereitschaft damals sprichwörtlich. Nach der Wende war er noch beschäftigt, bis Gesundheit Einschränkungen auferlegte und der Ruhestand möglich wurde. Heute genießt er, alles aus eigener Kraft, getreu seinem Motto „Kopf zwischen die Schultern und los...“, geschafft zu haben. Und weil er selbst eben so denkt, ärgert es ihn, wenn jemand kann und nicht will. Er hatte immer Ziele, war stets streitbar, dadurch nicht immer beliebt und hat sich nie verbiegen lassen.
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