MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Brunhilde Lachmann

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar,“ (Zitat aus „Der kleine Prinz“)

Brunhilde Lachmann

Kleinfriesener Str. 16
08529 Plauen
Fon:03741 / 431567

Das Mädchen Brunhilde Schubert wurde 1935 in Plauen geboren. Die Mutter entstammte einer Bäckersfamilie, der Vater war Zimmermann. Kaum hatte die Familie das heute von ihr bewohnte Haus bezogen, fiel der Vater 1942 im Krieg und die Mutter stand mit ihrer 7-jährigen Tochter alleine da. Die war indessen 1941 eingeschult worden und da sie in dem im Elternhaus befindlichen Lebensmittelladen (vom Mutter und späterem Stiefvater betrieben) groß wurde, war auch bald klar, welchen Berufsweg sie nach Schulende gehen würde. Nach Abschluss der 8. Klasse lernte sie also den Beruf Lebensmittelverkäuferin und arbeitete ab 1952 als Fachkraft im elterliche Geschäft (indessen KONSUM-Verkaufsstelle). 1957 heiratete die junge Frau ihren Mann Harri (Tischler), mit dem sie folgend bis zu seinem Tod im Jahr 2017 fast 60 glückliche Jahre verbringen konnte. Tochter Anje (Wirtschaftskaufmann) bereicherte 1965 die junge Familie. Brunhilde Lachmann blieb im Beruf, wechselte jedoch die Arbeitsstelle als das Geschäft im Haus ihrer Eltern zur Textilwaren-Verkaufsstelle umstrukturiert wurde. Sie wurde nun in die KONSUM-Kaufhalle Reusen tätig, stand dieser ab 1969 als stellvertretende Leiterin vor. Gesundheitliche Gründe zwangen jedoch bald dazu beruflich kürzer zu treten. Vom KONSUM umgesetzt in eine andere Einrichtung, war sie nun fünf Stunden täglich tätig. Der Textilladen im Haus ihrer Eltern wurde für den KONSUM indessen zum Problem. Die tätige Kraft erkrankte viel, der Laden blieb häufig ungeöffnet. Der Wohnbezirksausschuss beschwerte sich darüber. Doch man konnte und wollte die betreffende Verkäuferin nicht vor den Kopf stoßen, die aktive Parteigenossin weder kündigen noch umsetzen. Brunhilde Lachmann begann zu kämpfen. Für sie war die Verkaufsstelle ein optimaler Arbeitsplatz. Allerdings war sie für den Bereich Lebensmittel und nicht Textilien ausgebildet. Doch letztendlich konnte sie sich durchzusetzen und 1982 als Leiterin den Textilladen als Leiterin neu eröffnen. 1989 fiel eine schwere Operation mit den Ereignissen der politischen Wende in der DDR zusammen. Folgende betriebliche Besserungen trafen für sie nicht zu. Der laxe Satz: „Von Lohnerhöhungen sind Langzeitkranke ausgenommen....“ klingt ihr heute noch schroff und unglaublich in den Ohren. Sie war insofern froh darüber, dass ihr Antrag auf EU-Rente Erfolg hatte und sie dem KONSUM den Rücken kehren konnte. Die arbeitssame, bescheidene und hilfsbereite Frau hat ihr Berufsleben und ihr Privatleben immer bewältigt mit ihrer wichtigsten Charaktereigenschaft, die sie selbst benennt: „Ich bin ein positiver Optimist!“ und weiter ausführt, dass Glück für sie Zufriedenheit bedeutet und sie das aus vollem Herzen ist. Enkelin Tina-Marie und Urenkelchen Niccolo sind Teil dieses Glücksempfindens. Ihr eigenes Wesen wurde sehr von Mutter Hildegard und Stiefvater Alfred geprägt, der sie nie stiefväterlich behandelt hat. Beide waren immer für sie da, halfen wo sie nur konnten. Mit Rätselraten hält sich Brunhilde Lachmann heute geistig rege. Zeit mit den Kindern und Enkeln sorgt für herzliche Wärme. „Ein zufriedener Mensch kommt zu nichts...“ sagte einst ihr Schwager zu ihr. Doch sie weiß es besser und sagt: „Zufriedenheit ist Glück“. Sie wundert sich sehr darüber, dass die Menschen heute nicht mehr sehen, was wirklich glücklich macht, nach immer mehr und mehr streben, oberflächlich und verschwenderisch sind. Der Blick für das Wesentliche ist leider vielen abhanden gekommen, bemerkt sie kopfschüttelnd.
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