MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Laas

Nach einem ehrlichen Leben gern in den Spiegel schauen

Laas

und Hündin Max + Wolle
Schlosser und Elektromonteur
Dipl.-Ing. für Anorganische und Organische Chemie und Verfahrenstechnik
Neudorf 5
04567 Kitzscher
Fon: 03433 / 741314

Wilfried Laas kommt am 12. April 1942 in Vierhöfen in Ostpreußen zur Welt. Er wächst als Einzelkind auf, die Familie muss 1945 ihre Heimat verlassen. Der schwer kriegsverletzte Vater wird nach dem Einmarsch der Roten Armee in Königsberg von deren Soldaten mit anderen Kameraden aus den Fenstern des Lazaretts geworfen und stirbt. In der neuen Heimat sind die Flüchtlinge nicht erwünscht, sie werden wüst beschimpft. Flüche, wie „Ihr sollt verrecken“ sind an der Tagesordnung. Trotzdem gelingt es dem Uronkel, hin und wieder bei den Bauern Lebensmittel für die Familie zu organisieren. Von 1948 bis 1956 besucht Wilfried Laas die „Ernst-Schneller-Schule“ in Kikscher, erlernt anschließend im VEB Kombinat Espenhain den Schlosserberuf und schult dann zum Elektromonteur um. Eine Karriere als Schiffsmaat bei der jungen Handelsmarine der DDR verhindert die Mutter, indem sie dem Sohn die Zustimmung der Reederei unterschlägt, was dieser ihr nie verzeiht. Wilfried Laas arbeitet in Espenhain als Elektriker im Drei-Schicht-System und steigt später zum Leiter der Gasschutzstelle auf. Der Betrieb delegiert ihn zu einem kombinierten Direkt- und Fernstudium, das er als Diplom-Ingenieur abschließt. Gern erinnert sich Wilfried Laas an den guten Zusammenhalt in der Seminargruppe. Später wechselt er zur Arbeitsschutzinspektion in Borna und steigt zu deren stellvertretenden Leiter auf. Als Sicherheitsinspektor ist er später für den gesamten Kreis zuständig. Von 1972–1980 arbeitet Wilfried Laas in einer LPG als Sicherheitsinspektor und Kaderleiter. Nebenbei ist er als Lehrer tätig, was mit zusätzlichen Einnahmen verbunden ist. Dies führt zu Spannungen mit Kollegen. So wechselt er als Abteilungsleiter Sicherheit in das Kombinat Böhlen. Für die Berufsgenossenschaft arbeitet er weiter als Lehrer und Ausbilder, sein Unterricht kommt sehr gut an. Die Einführung eines neuen Gesellschaftssystems ab 1990 erlebt Wilfried Laas vor allem als Mobbing unter ehemaligen Kollegen. So empfindet er es als großes Glück, dass er die Möglichkeit nutzen kann, in die Rente zu gehen. Mit seiner Frau Brigitte ist der Senior seit 1962 verheiratet. Der Sohn Hartmut wird ein Jahr später geboren. Außerdem kann er sich über einen Enkelsohn und eine Enkeltochter freuen. Wilfried Laas hofft vor allem, dass ihm das Schicksal und die Gesundheit nicht noch mehr Probleme bereiten.
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