MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dr. rer. nat. Horst Ladwig

Er guckte auf und in die Röhre

Horst Ladwig

Rentner
Ringenwalder Str. 1

12679 Berlin
Fon: 030 / 9327994
 

In Berlin wurde Horst Ladwig 1927 geboren. Nach dem Abschluss der 8. Volksschulklasse 1942 wollte er zunächst Werkzeugmacher werden und später zum Flugzeugbau gehen. Doch sein Vater stellte die Weichen anders und so lernte der Junge Chemielaborant. 1944 wurde er zum Arbeitsdienst und dann zur Wehrmacht eingezogen. Er war in den Niederlanden stationiert. Als junger begeisterter Segelflieger hatte er alle notwendigen Flugprüfungen in der Tasche, sodass ihn schließlich die Luftwaffe holte. Am 8. Mai 1945 kam Horst Ladwig in britische Kriegsgefangenschaft. Der 18-Jährige wurde als Knecht zu einem Bauern geschickt. Durch die gute Versorgung dort wurde er ein stattlicher Kerl. So kam Horst Ladwig 1947 nach Berlin zurück. Ein Jahr später begann sein dreijähriges Fachschulstudium, das er mit Auszeichnung als Chemieingenieur bestand. In dieser Funktion arbeitete er ein Jahr beim Berliner Glühlampenwerk. 1952 heiratete Horst Ladwig seine Eva, mit der er zusammen eine Tochter bekam. „Ohne die Unterstützung meiner Frau hätte ich meinen weiteren beruflichen Weg nicht so zielstrebig und erfolgreich gehen können“, betont er. Sie stand stets an seiner Seite und hielt ihm den Rücken frei. So wechselte er 1952 zum Deutschen Fernsehfunk und kümmerte sich dort um die Fernsehbildaufnahmeröhren. Dieser Bereich wurde später vom Werk für Fernsehelektronik (WF) übernommen. Dort baute Horst Ladwig das Chemielabor auf. Nebenbei qualifizierte er sich in einem Fernstudium zum Diplomchemiker. In einem zweiten Fernstudium promovierte er außerplanmäßig 1962. Dr. rer. nat. Horst Ladwig kümmerte sich maßgeblich um die Bildröhrenentwicklung. Höhepunkte seines Schaffens waren nach der Farbbildröhre die Entwicklung der Flüssigkristallsymbolanzeige (heute als LCD bekannt). „Das war damals in der DDR ein Novum“, erzählt er. Ende der 70er Jahre war er in Japan, um im WF eine Produktionsstrecke aufzubauen, auf der auf Lizenzbasis LC-BE hergestellt werden konnten. „Ich war für die gesamte Entwicklung und Technologie verantwortlich“, berichtet Dr. rer. nat. Horst Ladwig. Dazu war er auch in Japan unterwegs, um sich vor Ort über die Herstellungsbedingungen zu informieren. „Wir haben damals die Vorarbeit für die spätere LCD-Produktion geschaffen“, betont er. Mit der Wende wurde er in den Vorruhestand geschickt. Stolz ist der erfolgreiche Chemiker, der 24 Patente besitzt und zweimal mit dem Orden „Banner der Arbeit“ geehrt wurde, nicht nur auf seine beruflichen Leistungen. Viel wichtiger waren und sind ihm die 46 glücklichen Ehejahre, die er mit seiner Eva erleben durfte. Als sie Ende der 90er Jahre schwer erkrankte, las sich Dr. rer. nat. Horst Ladwig entsprechendes Fachwissen an. „Dadurch konnte ich ihr helfen, noch einige Zeit mit mir zusammen zu bleiben“, erläutert er. Als wissenschaftlicher Berater fungierte der Chemiker drei Jahre auch bei Jenoptik in Jena sowie bei weiteren Firmen. Und zehn Jahre saß er mit im Aufsichtsrat seiner Wohnungsgenossenschaft. Inzwischen kümmert sich Dr. rer. nat. Horst Ladwig vorrangig um den Garten und er fotografiert sehr gern. Die digitalen Bilder bearbeitet er am Computer, mit dem er auch im Internet unterwegs ist. Für ausreichende Bewegung sorgt auch der Hund seiner Kinder, den er wochentags betreut. Sehr dankbar ist er auch für die enge Bindung zu seiner Tochter Anette und seinem Schwiegersohn Helmut, die dafür sorgt, dass er, nach dem Tod seiner Frau, nicht alleine ist.
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