MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ilona Könze
Die Ordnungshüter in Familie
Am Hirtenteich 18 04808 Falkenhain
Als die 1962 geborene Ilona die 10. Klasse abgeschlossen hatte, war der Berufsweg eigentlich klar: In der Region war der Tagebau der größte Arbeitgeber, die Eltern arbeiteten beide dort, natürlich würde das auch ihre Zukunft sein und so nahm sie eine Ausbildung zum Schlosser auf.
Ehemann Jens, 1960 geboren, lernte einen Beruf der verarbeitenden Industier, wurde Maschinist für Wärmekraftwerke.
Beide arbeiteten einige Jahre im Beruf, freuten sich über die Geburt ihrer Kinder Marion (1981, heute Autolackiererin), David (1983, heute Maschinenbauer), Marco (1985, Arbeit suchend), wollten aber mehr aus ihrem Leben machen. So bewarben sie sich bei der Deutschen Volkspolizei (VP), begannen 1987 dort ihre Tätigkeit. Während Jens Könze im Schichtdienst in Leipzig für Ordnung und Sicherheit sorgte, konnte die junge Mutter, der Kinder wegen, vorerst nur im uniformierten Einlass in der Normalschicht eingesetzt werden. So hatte sie sich das nicht vorgestellt! Sie nahm ihre Geschicke in die eigenen Hände, machte auf sich aufmerksam und erfüllte sich so den Wunsch in den Streifendienst versetzt zu werden. Sie wurde in Sachsen die erste Frau im Streifendienst, noch dazu die kleinste. Heute würde sie mit ihrer Körpergröße nicht mehr eingestellt werden, schmunzelt sie. 1989 in der neuen Aufgabe eingesetzt, „kam sie mitten in die Wende“, erinnert sich noch an die Ängste um die Kollegen, denn man konnte nicht sicher sein, dass die Einsätze gewaltlos bleiben würden. Mit Lehrgängen und Selbststudium wurde das neue Polizeirecht erlernt. Bei den Übernahmen in den neuen Polizeiapparat waren beide Könzes dabei. Einen kurzen Exkurs in den Ermittlungsdienst beendete Ilona Könze schnell. Streifendienst ist ihr Leben, sie braucht die Menschen, sagt sie. 25 Jahre ist sie indessen Polizistin, kann sich nichts anderes mehr vorstellen. Im Beruf tragen beide Könzes den gleichen Dienstgrad, in der Familie die gleichen Rechte und Pflichten. Anders geht es auch gar nicht, soll der anspruchsvolle Schichtdienst nicht mit den familiären Dingen kolledieren und auch nicht mit dem wichtigsten Anspruch Ilona Könzes, ihrem Gerechtigkeitssinn.