MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heidi und Bernd Benisek
Mit Mut bis in die Selbständigkeit
Ingenieurökonomin
Elektroinstallateur, Gastronom
Parkstr. 1
01594 Stauchitz OT Plotitz
Mit Augenmaß nach vorn zu schauen, zeichnet das Ehepaar Benisek aus, seitdem es sich im Ungarn-Urlaub 1971 zum ersten Mal begegnet war, seit es mit der Heirat 1973 den gemeinsamen Lebensweg geht. Als Heidi Kniesel wurde sie 1951 in Groptitz (in der Nähe zur sächsischen Industriestadt Riesa) geboren. Der Vater arbeitete im Riesaer Stahlwerk, die Mutter kümmerte sich um die drei Kinder der Familie. Die junge Heidi besuchte die Schule von 1958 bis 1968 im nahen Ragewitz. Dann folgte die Industriekaufmannslehre im Stahlwerk. Ein Jahr arbeitete sie danach im Beruf, dann ermöglichte ihr ein dreijähriges Direktstudium an der Riesaer Ingenieurschule den Abschluss als Ingenieurökonomin. Rund fünfundzwanzig Jahre fand sie in der Innenrevision des Stahlwerks interessante Aufgaben. Als mit dem Ende der DDR bald das Aus für die Produktion drohte, musste auch Heidi Benisek 1993 in die Arbeitslosigkeit. Als Sammelbestellerin für den Quelle-Versandhandel erwarb sie erste Erfahrungen, das Riesaer Büro von „Quelle“ setzte sie dann als Telefonsachbearbeiterin ein, doch das Büro schloss zwei Jahre später, so dass sie nach Dresden wechseln musste. Mit der Eröffnung der örtlichen Sandgrube fand sich Büroarbeit ohne lange Wege, doch war sie schon im familiären Getränkehandel und folgender Gastronomie nebenberuflich tätig und wechselte bald ganz in den vom Ehemann Bernd verantworteten Gaststättenbetrieb. Bernd Benisek stammt aus dem erzgebirgischen Jahnsdorf, wo er 1950 zur Welt kam, ohne Vater aufwuchs, aber von der Mutter und vor allem auch Großmutter Else liebevoll betreut wurde. Von 1957 bis 1968 besuchte er die örtliche Schule mit einem Jahr Unterbrechung aufgrund eines Wintersportunfalls. Seine dreijährige Lehre als Elektroinstallateur absolvierte er bei den Technisch-physikalischen Werkstätten Thalheim. Berufserfahrung sammelte er als Betriebselektriker beim VEB Chemieanlagenbau Germania im damaligen Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz). 1974 wechselte er mit dem Umzug nach der Heirat als Betriebshandwerker zur Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) von Seerhausen. Aus gesundheitlichen Gründen begann er 1976 im Kundendienst das Haushaltgeräteherstellers VEB Monsator. Auch er konnte bis 1993 seinen Aufgaben nachgehen, ehe die Firma abgewickelt wurde. Er machte sich anfangs mit Badewannenbeschichtungen und bald mit einem Getränkehandel selbständig, wagte den Schritt in die Gastronomie, 1996 mit der Sportgaststätte in Seerhausen, 1998 mit einer zweiten Einrichtung in Naundorf. Seit dem Jahr 2013 sind beide Ehepartner in Rente. Das ab 1978 errichtete Haus in Plotitz, die Söhne André (1976 geboren, bereits 2017 verstorben), Sohn Jan (1978) prägten die Familie, zur der auch eine Enkeltochter gehört.