MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Annemarie und Winfried Berger
„Klingende Saiten, erfüllet die Luft“ (bei Johann Sebastian Bach)
Kindererzieherin
Bratscher der Sächsischen Staatskapelle
08373 Glauchau
Die Freude an der Musik führt Winfried Berger noch immer durch die Lande, obwohl er seit dem Ruhestand wieder in dem Glauchaer Haus wohnt, in dem er einst aufwuchs. In der westsächsischen Stadt war er 1943 zur Welt gekommen, sein Vater, in der Textilindustrie tätig, vererbte ihm die musikalische Leidenschaft, die schon in frühen Jahren zu ersten Auftritten mit den Schulchören führte. Der junge Winfried besuchte erst die Pestalozzischule, schloss dann an der Erweiterten Oberschule (EOS) „Georgius Agricola“ mit dem Abitur ab. Das Direktstudium im Hauptfach Viola beendete er 1967 mit dem Diplom als Orchestermusiker. Sein erstes Engagement führte an die Jenaer Philharmonie, wo er vier Jahre als Solobratscher musizierte, ehe er 1971 als Stellvertretender Solobratscher der Dresdner Philharmonie beginnen konnte, in den ersten Jahren mit Kurt Masur am Dirigentenpult. Als Gast wirkte Winfried Berger auch schon im Opernbereich, so dass er glücklich war, als er 1977 zur Sächsischen Staatskapelle wechseln durfte, den umfangreichen Aufgabenbereich der Viola-Literatur in Konzert wie Musiktheater in vielfältigster Weise ausschöpfen konnte. Er war Mitglied des „Eckoldt-Streichquartettes“ der Staatskapelle Dresden und des Kammerorchesters Dresden, unter Leitung von Prof. Manfred Scherzer. Die Wiedereröffnung der Dresdner Semperoper im Februar 1985 zählt wie die Wiedereinweihung der Dresdner Frauenkirche 2005 (für deren Finanzierung er in zahlreichen Benefizkonzerten zuvor mitgewirkt hatte) zu den Höhepunkten seines reichen Musikerlebens. Dazu gehören auch die vielen Konzertreisen mit der Staatskapelle, durch europäische Hauptstädte und zu berühmten Festivals, nach Nord- und Südamerika und allein zwölfmal nach Japan. Mit den berühmtesten Dirigenten der Zeit war er nicht nur in Konzert und Oper, sondern auch in Schallplatten- und Rundfunkstudio am musizieren. Außerdem kann Winfried Berger auf ein engagiertes Wirken als Lehrer an der Dresdner Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ zurückblicken. Viele seiner Studenten sitzen heute an ersten Pulten namhafter Orchester. 1985 gründete Prof. Ludwig Gürtler das Kammerorchester „Virtuosi Saxoniae“ aus führenden Mitgliedern der Staatskapelle Dresden. Winfried Berger gehörte auch dazu. Nach der Verabschiedung in den Ruhestand (2008) ist er weiter in diesem Ensemble aktiv und kann mittlerweile auf 33 Jahre Zugehörigkeit blicken. Im „Collegium Musicum“ Chemnitz musiziert er mit großer Freude zur Advent- und Weihnachtszeit in der Region Sächsisches Erzgebirge. Während er unterwegs war, sorgte seine Frau Annemarie für die häusliche Kontinuität. Sie stammt aus dem erzgebirgischen Breitenbrunn, wo sie 1947 in eine Bergmannsfamilie geboren wurde. Nach dem Abschluss der 10. Klasse nahm sie eine Lehre als Näherin auf, konnte sich später als Kindererzieherin umschulen lassen. Ihre Erfahrungen aus diesem Beruf sollten bald für die Kinder Dirk (1968 geboren), Antje (1973) und Anne-Sophie (1986) wichtig werden, denn bei einem Urlaubsaufenthalt von Winfried Berger in Breitenbrunn lernten sich beide kennen, 1967 wurde geheiratet, 2017 „Goldene Hochzeit“ gefeiert.